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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Po-Phos

Heliosphere 2265 - Band 29: Projekt NORTHSTAR (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Haben Sie gerade gezuckt?"
Gezuckt, jawohl, Sir. Habe ich, mein Augenlid hat heute 'nen ziemlichen Tic. Woher der wohl kommt? Vielleicht davon, weil ich mich manchmal an einem Heliosphere-Band mit seinen 120 Seiten länger aufhalten kann, als an einem 500 Seiter. Und wenn das dann auch noch immer mit so lustigen Kommentaren wie in unseren Nachzügler-LeseRunden einhergeht, ja, dann können schon mal Augenlider zucken. Besonders wenn der Band dann zu Ende geht und man genau weiss, dass als nächstes die Zyklus-Kracher-Halbzeit bevorsteht. Also gar nicht mehr lange aufgehalten und lieber gleich weiter lesen. Denn das Spin-Off ist auch in greifbarer Nähe.

Die Frage in diesem Teil richtet sich aber, so viel möchte ich verraten, nach den Bärten. Jawohl, es geht um den Bart. „Denn nur hart reimt sich auf Bart. Zart reimt sich auf glatt rasiert.“ (Poetry Slam - Patrick Salmen - rostkupferbraunbronze) Sjöberg trägt einen Bart und er hat gewiss nur deshalb so viel Macht im Universum, weil er einen trägt, das macht nämlich männlich und reif und hart und … sorgt dafür, dass Alpha auch mal einen wollte, als er noch ein Kind (äh, ein Klonfrischling) gewesen war. Er hielt das für vertrauenerweckend. Und noch ein dritter im Bunde lässt uns über einen Nebensatz wissen, dass er sich neuerdings das Rasieren schenkt. Ihr seht also, Bart ist wirklich SEHR wichtig, auch in 2268.
"Ihr seid ein verdammter Kindergarten."
- "Ja Sir!"
Außerdem wichtig: Po-Phos. Das ist die einzig wahre Abkürzung für „Polymer-Photolumineszenzstreifen“ - keiner weiss was es ist, aber es ist irgendein Sci-Fi Kram und man kann sie auch hervorragend zweckentfremden zum damit herumtüddeln wie ein Cheerleader. Das ist zwar nicht der Zweck der Streifen, aber das haben wir so in der LeseRunde beschlossen und bisschen Spaß muss sein. Wir „kööönnen“ ja nicht alle so naiv-kindlich drein schauen wie Alpha und alle Nase lang auf Trigger-Wort-Zuruf in Ohnmacht fallen. Wir Leser sind schließlich alles andere als ‚verändert‘. Wir sind echt, keine Holo-Ausgaben unserer Selbst, wir haben keine bioneuronale Tattoos, keine Mini-Maschinen in unseren Körpern, keine Killchips implantiert, keine DNA Veränderungen. Wir altern auch ganz normal und wir springen gewiss nicht durch Tachyonentunnel oder werden gar lebende Gefäße für solche dehnende Zeitannomalien.

Da fällt es einem doch gleich einfacher der Handlung zu folgen. Mit dem neu gegründeten Verband (denn Captain Crossi ist ja befördert worden) folgen wir Michalews nett gemeintem Rat und suchen den Titelgebenden Ort auf. Wir als Leser sind uns jedoch darüber im Klaren, dass man manchen Leuten einfach keinen Glauben schenken darf. Und es hilft auch nicht, den Autor austricksen zu wollen. Dieser macht fröhlich weiter und schickt die IL HYPERION und ihre angeschlossenen Verbandsschiffe weiterhin auf Missionen, bei denen immer irgendwas zerbombt wird.


"Ich hasse Logik."
Sehr schön fand ich in diesem Teil ja Isam Ortega, weil ich den alten Haudegen so richtig gern habe. Leider kann der auch eine ganz schön beleidigte Schnute ziehen und es bleibt abzuwarten, wie loyal er wirklich ist. Auch sehr schön ist Lu, weil einem die Hundealiens wirklich langsam schon gefehlt haben. Apropos gefehlt, ich vermisse Aury. Dafür kommt aber endlich Alpha wieder. Wen ich so gar nicht vermisse sind Figuren aus den Rückblenden. Diese (die Rückblenden, nicht die Figuren) sind zwar ganz schön, weil sie einzelne Charaktere näher bringen, jedoch springen wir in diesem Band deshalb auch ganz gern mal hin und her und sympathisch, seien wir ehrlich, war uns diese Tante eh nicht.

Zwischen JET Schiffen, Holo-Decks, Nanojammern und menschlichem Erbgut, vergessen wir mal für eine kleine Weile die Bedrohung der Ash’Gul’Kon. Stattdessen buddeln wir ein wenig in der Vergangenheit und freuen uns über den dicken Knall am Ende des 29. Teils. Der auch echt langsam Zeit wurde. Dazu gibt’s seit einigen Folgen ein bisschen Bonusmaterial in Form von kurzen Einzelszenen, die das ganze abrunden und die man auf jeden Fall mitnehmen sollte.

 

Fazit: 
Bitte nicht quer einsteigen. In dem Fall macht das bestimmt keinen Spaß. Es fehlt einfach zu viel. Fangt vorne an, genießt es, dass schon 40 Teile veröffentlicht sind. Sowohl als Ebook, als auch teilweise als HC und Hörspiel. Die Charaktere hauen sich ganz gern Sprüche um die Ohren, der verbaute Humor kann aber auch gelegentlich mal aus dem Stealth auftauchen. Über allem liegt eine universelle Bedrohung, gegen die man entsprechende Gegenmaßnahmen versucht zu finden. Die Lösungswege laufen parallel, die Menschen machen das was sie am besten können, sich gegenseitig in die Parade fahren. Mit der Serie kann man wirklich nicht viel falsch machen.

Diesen Band mochte ich, bestimmt mehr als den ein oder anderen, bestimmt nicht so sehr wie diesen oder jenen. Wisst ihr, wie unglaublich schwer es ist auf einer Skala von 1-5 die verschiedenen Teile der fortlaufenden Serie zu benoten? Weil die Teile alle ineinander greifen und aufeinander aufbauen. Überall sind wichtige Hinweise verstreut, Auslassen oder Überspringen ist nicht. Es ist gut so wie es ist, als Teil eines Ganzen. Im dem Sinn: hinsetzen und weiterlesen.

(Und ja, ich habe für die letzten drei Teile keine Rezi geschrieben, ich kam Ende letztes Jahr einfach nicht mehr dazu. Sorry.)

Urteil: Ich ‚zähle dann mal hüpfende Parliden‘

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/02/rezension-heliosphere-2265-projekt.html