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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Triple ixXx

Schattengalaxis - Trügerischer Frieden (Alte Feinde 1) - Daniel Isberner
"Die Menschheit hatte auf jeden Fall das Potential dazu
ihr eigener größter Feind zu sein."
Bitte nicht schlagen, schon wieder eine SciFi-Rezi! Und sagt nicht, ihr wusstet das noch nicht über mich. Ich freu' mich, dieses Jahr gab und gibt es ganz viel aus der Sparte für mich. Mal mehr mal weniger gelungen. Über diesen Titel hier bin ich gestolpert worden, ja Ta, ich meine dich - das nennt man auch schubsen, weisst du?! Mein Schaden soll es wohl nicht gewesen sein. Ich beisse mir die ganze Zeit auf der Unterlippe herum, weil ich das Gefühl habe, in der winzigen Leserunde den Autor, Herrn Isberner, ein wenig vergrault zu haben. Wer mich schon mal in einer LR erlebt hat, weiss vielleicht, dass ich da genauso wie im echten Leben schwallere ohne Ende (aber mit Punkten und Kommas).

Erst einmal habe ich auf dem Cover rumgehackt. Dann stellte sich heraus, dass das auf LB aber gar nicht das letztlich verwendete ist (vom Motiv schon, aber von der Font nicht). Und auch sonst habe ich immer mal wieder zwischendrin Dinge bemängelt, die dann beim Weiterlesen obsolet wurden. Gut, dass ich hier jetzt die Zusammenfassung meines Leseeindrucks gebe und ihr nicht live dabei seid, wie ich rumstänkere.


"Du glaubst da kommt mehr?"
- "Kommt das nicht immer?"
Ich hau' euch mal voll rein, so wie ich auch reingeworfen worden bin. Dies ist nämlich schon der zweite Zyklus zur "Schattengalaxis". Die Erde: zerstört. Die Ix: aus der Spalte entkommen und die Menschheit zu Sklaven gemacht. Die Ix: beinah von einer Seuche dahin gerafft, dann haben sie kapituliert. Die Menschen: nehmen deren Raumschiffe und den Orachus (superduper Erz) an sich und stopfen die Reste der Ix auf einen Abschiebeplaneten. Die Ix: finden das jetzt nich so toll. Die Menschen: bauen sich ihr Ding wieder auf. (So, das ist das davor und da starten wir jetzt). Mitten also im Konfliktpotential.

Mit den vorwiegend weiblichen Darstellern: Ranai, der sind die Stufe5 Implantate durchgebrannt, aber sie besticht durch den 'DoubleTap'. Jania, die Stufe7Implantatlady besticht durch gar nichts, macht aber echt einen auf dicke Hose. Lilly, kein Implantat, dafür ein Mensch-Horaschus Hybrid (mit Eltern die vielleicht nicht ganz zufällig O'Neil und Carter heißen, schöne Hinwendung.), noch ein Mädchen mit zu viel freier Hand, daher auf einem Egotrip, würde gern nackt kämpfen - was ich gern gesehen hätte - und ist eventuell bisexuell veranlagt. Das gefällt mir. Auf Seiten der Ix: Pawet'opa, son kleines Miststück ist das und hat sich den Thron der Königin angeeignet, sie mag Märchen und will ihr Volk wieder zu altem Glanz verhelfen.
Die Herren der Schöpfung. Zetoras, der gelangweilte Präsident, der hat auch Implantate. Dretus'iti, das Ix-Schlitzohr, wenn sie Ohren hätten, hm Ix-Schlitztentakel! Richtig guter Charakter, voller Kalkül. Szenen mit ihm haben mich am meisten fesseln können.
 

"Beim nächsten Mal,
wenn wir von ausgestorbenen Aliens überfallen werden,
denken wir daran,
dir einen von ihnen zum Spielen mitzubringen
."
Diese Charaktere wechseln sich nun in Szenen ab, die teilweise so schnell angerissen und abgehakt werden, dass mir ein paar davon zu kurz, andere unnötig vorkommen, was leider einen bitteren Beigeschmack hat, statt für Spannung zu sorgen.
Es soll wohl darum gehen, dass die Menschen befürchten, die Ix könnten da im Geheimen was anstellen oder erfinden um wieder mächtig genug zu werden. Vielmehr hat mich aber interessiert, was die Ix machen und was sie über die Menschen denken. Überhaupt sind die Ix echt tolle Viehcher, wenn sie auch pottenhässliche Insektoide sind und auf Kaffee recht ulkig reagieren. Ich, als Ix, würde jedenfalls auch nichts von den Menschen halten, wenn die mir erst einmal ihre Bürokratie aufdrücken wollten. Nee, dann doch lieber auf die Suche gehen nach uralten Artefakten und 387Yottabyte großen Datenkernen. Vielleicht würde ich ja einen finden, auf dem statt Kochrezepten, Häkelmuster für vierarmige Ix sind. Wahlweise vielleicht auch Waschanleitungen für Wäscheständercomputer von den lange ausgestorbenen schleimigen Setzät.

Ich mach' mich hier NICHT lustig! Isberner liefert einen ernsten Schlachtenroman mit Agenten und Superheldencomics. Seht ihr! Er hat die Witze ganz von allein mitgeliefert. Die kommen teilweise so derbst trocken rüber, die kann man feiern. Ich jedenfalls finde: "Captain Freud" und "Einsteinhausen" sowie die Klatsche in Richtung: norddeutschem 'Ikke'Dialekt super platziert.
Von der Handlung her springen wir also durch die verschiedenen Szenen und erkämpfen uns den Weg durch merkwürdige Vorkommnisse, die für die Charaktere alle nicht zusammenpassen, bis es zum Showdown kommt, der sich angenehmerweise über zwei Kapitel erstreckt und dort das wilde Gespringe richtig gut zur Geltung kommt und den Handelnden erste Aufschlüsse darüber gibt, wieso sie bisher im Trüben gefischt haben.

Fazit: 
Wohin führt jetzt dieser Auftakt? Zu einem Jeder gegen Jeden oder doch mehr zu einem: Der Feind meines Feindes ist mein Freund? Ich persönlich hätte große Lust auf ein Crossover von Lilly und Dretus'iti, die sich auf Pawet'opas elf Fersen heften (ja elf, das eine Bein sollte sie lieber reparieren lassen.) Doch, so schön unterhaltsam wie das alles klingt, gibt es leider auch eine ganze Reihe Probleme. Was bei der Fehlerquote beginnt. Schließlich das Szenenanreißen, welches mich echt gestört hat zu Anfang/Mitte. Den paar Szenen die auf mich unnötig wirkten, die anderen, die zu kurz kamen. Und dann die Implantate. Das war wirklich nicht mein Fall, ich fand' die Ladys hier alle ziemlich overpowered und bin mit ihnen nicht warm geworden.

Wegen meiner dürfen die Menschen gern erneut verlieren und wieder die Sklaven der Ix werden, welche Ix ist mir egal. (Und ich weiss wirklich nicht, wieso ich so dazu neige nicht zu den Menschen zu halten.) Ich möchte noch mehr über die Ix lesen, deren Kultur, Gewohnheiten, Brutpflege und Brutpartner, ihre Ausbildung und Vergangenheit, wer ihre Gottheit ist…
Trotz allem konnte ich das Buch zügig lesen und fühlte mich als Neueinsteiger nicht über alle Maßen verwirrt, da mir das Vorwissen fehlt. Das ist eine ganz ordentliche Leistung, die von noch mehr Feinschliff profitieren wird um die letzten Macken auszubügeln und Fehler auszumerzen.


Mein Urteil stapel' ich aus Holzbauklötzen
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/09/rezension-schattengalaxis-trugerischer.html