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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Ein bisschen verwirrend

Skargat: Der Pfad des schwarzen Lichts - Daniel Illger

Meine Meinung:

Zugegeben, »Skargat« und ich, wir sind schon eine kleine Weile immer wieder aufeinander gestoßen. Es wollte sehr häufig von mir gelesen werden, dennoch habe ich mich geziert, schließlich ist es ja nicht gerade von minderem Umfang. Doch letztlich gab ich mir dann doch einen Ruck und habe das Rezensionsexemplar dankend angenommen.

Das Cover ist ziemlich dunkel gehalten, der Rabe und der Schädel treten dennoch gut ins Bild, ebenso gefällt mir das Schriftbild unwahrscheinlich gut. Auch die Qualität dieses umfangreichen Werkes ist sauber und lässt keine Wünsche übrig.

Aber kommen wir endlich mal zum Inhalt. Und zu den Personen. Allen voran, Mykar. Der arme, kleine, gemobbte Bauernjunge. Er hat es wahrlich nicht leicht. Wird quasi als Ausgeburt des Bösen betrachtet, weil er einfach zur falschen Zeit geboren wurde und wohl keinem strikten Schönheitsideal entspricht. Aber er hat Glück, denn Cay nimmt sich seiner an und wird ein wahrer Freund. Wenngleich es dann auch echt seltsam wird … denn Danje wird auch zur Freundin. Danje ist, Achtung, der Schädel auf dem Cover. Also eigentlich das ganze Gerippe, aber der Schädel lässt sich eben leichter transportieren.

Und das muss Mykar nämlich. Gaaaanz viel wandern …

Aber erst, nachdem Alva, die Bauerntochter und Geliebte von Cay, ganz brutal gemeuchelt wird. Mykar hat es mit angesehen, will eigentlich nur Klarheit schaffen und, weil man ja schließlich einen Schuldigen braucht, bekommt er auf die Nuss. Gelinde gesagt. Eher wird er halbtot (oder gar ganz?) geschlagen.

Es kommt wie es kommen muss, er sucht Trost bei Danje. Und verschwindet erst mal.

Noch nicht verwirrt genug? Dann passt mal auf. Mykar taucht nämlich nach sieben Jahren wieder auf. Einfach so, schlüpft er aus seinem Erdloch unter der Linde. Zugegeben, er ist selbst etwas verwirrt, aber egal, er funktioniert, Welt in Ordnung.

Ich würde sagen, ab jetzt nimmt das Buch eine völlig konfuse Wendung. Manchmal, so gestehe ich, ertappte ich mich dabei, zu denken, irgendwas überlesen zu haben. Denn …

Mykar beobachtet, wie Cay weggeschleppt wird. Ab in die Perle (eine Stadt). Quasi zum Tode verurteilt. Wie es dazu kam, später mehr. Jedenfalls will Mykar ihm aus Dankbarkeit natürlich helfen. Alleine geht das nicht und so trifft er, wie es der Zufall will, auf Scara und Justinius.

Ich liebe Scara! Die Tante hat voll einen Sockenschuss. Sie ist die Magd von Justinius, nur scheint sie davon nichts zu wissen. Die Dame ist vollkommen schmerzbefreit, was Justinius mehr als einmal auf die Palme bringt.

Ab jetzt sind die Kapitel auch unterteilt. Mal in die Stimme Mykar, mal in die von Justinius und manchmal auch in Vanice, aber zu ihr kommen wir noch.

Die für mich tollsten Kapitel sind eben die von Justinius. Herzerfrischend. Wenngleich er eine ziemlich üble Ausdrucksweise hat, aber gut, er ist eben ein ganzer Kerl.

Jedenfalls, Scara und Justinius gehen mit in die Perle, was wichtig ist, denn der »neue« Mykar ist etwas unberechenbar.

Nun denn, in der Perle und auf dem Friedhof, trifft unser Bauernjunge nun auf Vanice. Eine reiche Schönheit, die allerdings einen hohen Preis dafür bezahlt.

Und ich denke mir die ganze Zeit »What the hell«, was geht hier nur vor? Ebenso denkt Justinius. Es ist von Geistern die Rede, mir begegnen sogar Zombies. Ich meine … äh …

Ja, mit der Zeit wird teilweise klar, wer hier noch lebt und wer nicht, wer irgendwie zwischendrin hängt und warum das alles. Aber es ist wirklich ziemlich konfus.

Letztlich ist es Rudrick, ein ganz böser Herrschersohn, der von Cay gekillt wurde und deshalb soll Cay zum Tode verurteilt werden, oder ist, und Rudricks Geist soll eigentlich klein gehalten werden, was logischerweise schiefgeht und dann nimmt das Chaos erst richtig seinen Lauf.

Die Sprache ist gut gewählt. Jede Erzählstimme hat seinen eigenen Ton, was ich sehr angenehm finde. Ich darf tief blicken, quasi in die Seele der einzelnen Personen, was mir ein wenig Aufschluss über die Motivation und Gedanken bringt. Aber eben nur begrenzt.

Die Szenen sind sehr bildhaft, wobei ich mir gewünscht hätte, hier und da mal etwas weniger ausschmückend lesen zu müssen, um einfach mal vorwärts zu kommen.

Spannungsbögen wiederum wurden sehr weise gewählt und gelegt und die Fäden führen am Ende zusammen.

Fazit:

Joah. Schwierig. Also … Skargat ist verwirrend. Und, das muss ich auch dazu sagen, es lässt mich manchmal enttäuscht zurück. Ganz besonders enttäuscht war ich über Vanice' Geschichte. Sie ist ja wirklich jemand besonderes, hat eine besondere Art zu leben (drücke ich das einfach mal vorsichtig aus). Anhand ihrer Geschichte erfahre ich, dass sie eigentlich ein gewöhnliches, reiches Kind ist, aber … mit einem Geheimnis und eben jenes Geheimnis hat mich nicht zufrieden gestellt. Soll das, was ist, von Geburt an gewesen sein? Woot? Mag ich nicht glauben.

Dann diese Geschichte mit der Linde. Gut, die kann ich noch irgendwie … aber dieses tot, lebendig, zwischendrin und zwischendrin von zwischendrin – manchmal ist mehr eben nicht alles.

Und als ich dann endlich glaube, alles zu durchschauen, dann verwirrt es mich am Ende nur noch umso mehr. Och menno.

Ohne Frage, der Autor versteht sein Handwerk. Es gehört hier und da zwar mal ein kleiner Schraubstock dran, aber im Ganzen betrachtet, hat er hier richtig was geschaffen. Wenngleich viel auf Verwirrung aufgebaut ist. Er hat wirklich tolle Charakter geschaffen und gibt jedem genug Spielraum.

Ein gutes Werk, wenngleich sicher nicht jedermanns Geschmack und man muss als Leser bereit sein, sich darauf einzulassen, sonst wird das nichts.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/06/rezension-skargat-von-daniel-illger-by.html