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Lesekatzen

Lesekatzen

Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Weit weg von staubtrocken

— feeling big smile

Meine Meinung:

Rezensionen zu Sachbüchern fallen mir immer etwas schwerer. Häufig gibt es ja keine Handlung. Keine Personen. Keine Dramapunkte, Wendepunkte, sondern einfache, harte, unumstößliche Fakten.

Dachte ich. Bisher.

Im Zuge der Lovelybooks-Leserunde von Birgit Salutzki durfte ich die »Stadtgespräche aus Gelsenkirchen« lesen.
Schon die Aufmachung besticht. Die Qualität ist hervorragend. Festes, dickes Papier, abgerundete Ecken, die das Buch schön griffig machen und sich nichts in die Handfläche bohrt, wenn man im Bett liegt und liest.
Generell zeigt mir das Cover viel bunt und genau das erwartet mich auch im Inneren.
Unzählige Fotos, von Menschen, von Orten, von Begebenheiten. Wunderbar in Szene gesetzt oder einfach herrlich herzliche Schnappschüsse.
Das alles macht die Seiten auf den ersten Blick hin lebendig.

Die Kapitel sind unterschiedlich lang und unterschiedlich aufgebaut. Während einige Gelsenkirchener zum Interview gebeten wurden, wird über wieder andere in einer Reportage berichtet. Schnell wird klar, hier zählt die Geschichte hinter der Geschichte. Hier geht es um mehr, als einen VIP ins richtige Licht zu rücken, sondern Gelsenkirchen und die Geschichte der Menschen, die sie mit einer bestimmten Location in eben jener Stadt verbinden, wird hier wichtig.
Das alles macht Spaß zu lesen.
Ich habe mich gleichermaßen über Geschichten von Autorenkollegen gefreut, ebenso über kleinere Stars, und mir gänzlich unbekannte Menschen.
Ich durfte ein Stück Herzlichkeit der Stadt erfahren, teilhaben am Schalke-Fieber und dank der stets angegebenen Verankerung in der Stadt (meist mit Internet-Adresse), immer mal weiter in die Materie Gelsenkirchen tauchen.
Wunderbar.

Fazit:
Vor den »Stadtgespräche aus Gelsenkirchen« hatte ich ein recht tristes Bild von dieser Stadt. Irgendwie dachte ich an Bergbau, an grau in grau, an trostlos, an voll und, zugegeben, auch an arm.
Dieses Bild wurde nun komplett aus seinen wackeligen Angeln gehebelt.
Gelsenkirchen ist lebendig, die Stadt pulsiert, die Menschen sind herzlich und offen. Die Stadt wächst, sie engagiert sich. Klar, sie hat ihre Vergangenheit mit Bergbau und Co. Ebenso ist sie aber auch absolut treu, gerade im Bezug auf ihren Fußballverein.
Wenngleich es mir ein bisschen viel Fußball war. Aber das gehört in Gelsenkirchen eben dazu, so sind sie, die Gelsenkirchner.
Alles in allem ist dieses Buch wirklich lesenswert und hilfreich, um den eigenen Horizont zu erweitern. Sicherlich war dies nicht das letzte Stadtgespräche-Buch, das ich gelesen habe.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/06/rezension-stadtgesprache-aus.html