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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Rezension zu "Sag, dass du mich liebst" von Joy Fielding (by Nana)

Sag, dass du mich liebst: Psychothriller (German Edition) - Joy Fielding, Kristian Lutze

Rezension von http://lesekatzen.blogspot.de

Meine Meinung:


Bisher kam ich nie wirklich dazu, Thriller von Joy Fielding zu lesen. Allerdings, wenn man sich ein wenig umhört, kommt man nicht umhin, zu erfahren, dass sie eine der großen Namen in Sachen Thriller ist. So musste ich nicht lange überlegen, ob ich »Sag, dass du mich liebst« lesen möchte, oder nicht.
Daher ein großes Dankeschön an Goldmann, für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

Zum Cover sei zu sagen, dass es echt sehr schön ist. Ich mag die Farben und Prägungen bei der Schrift ja ohnehin, wenngleich die Blume, die abgebildet ist, eher etwas nichtssagend daherkommt.
Das wiederum fängt der Klappentext wieder auf (Boah, ey, das heißt AlBträume, nicht Alp... argh … das hat die neue deutsche Rechtschreibung echt vermasselt). Eine Frau wird brutal überfallen und wird beobachtet . wenn das nicht psycho ist, weiß ich auch nicht.

Bailey Carpenter ist hier also das Opfer. Sie ist private Ermittlerin in einer großen Anwaltskanzlei, mit allem was dazu gehört. Sie ist gut, in dem was sie tut, und das, obwohl ihr Leben alles andere als idyllisch, harmonisch und geregelt verläuft. Vor kurzem hat sie erst ihre Mutter an den Krebs, anschließend ihren Vater an einen Herzinfarkt verloren. Einige Halbgeschwister sitzen ihr und ihrem drogenabhängigen Bruder Heath daher im Nacken. Das gute, leidige Thema: Erbschaft. Zu diesem ganzen Dilemma gesellt sich dann natürlich der brutale Überfall. Aber dieser bringt auch etwas Gutes hervor:

Clair und Jade. Baileys Halbschwester und deren Tochter.

Das Verhältnis zueinander wächst, während Bailey noch immer die Außenwelt von sich abzuschotten versucht. Und immerhin lassen die beiden sie nicht alleine, auch nicht, als sie den Nachbarn entdecken, der es wohl mag, gesehen zu werden.
Paul Giller rückt immer mehr in Baileys Bewusstsein. Er ist immer da, immer offener, freizügiger und brutaler. Doch immer, wenn Bailey alarmiert die Polizei ruft, geschieht nichts. Oder nicht viel zumindest, außer, dass sie selbst ihre Glaubwürdigkeit untergräbt, was sie jedoch erst bemerkt, als es beinahe zu spät ist.

Auf den ersten paar Seiten geht es quasi von 0 auf 100. Ich bekomme ein geregeltes Leben präsentiert, das mit einem Male komplett aus den Fugen gerät und plötzlich passiert nichts mehr. Die Autorin schreibt und schreibt, sie zeigt mir Baileys Welt, sowohl das, was sie sieht, als auch das, was sie fühlt. Sie lässt mich mitleiden, rätseln und erzeugt Spannung, ohne, dass ich es direkt wahrnehme.
Ich weiß noch, dass ich an einem Sonntagnachmittag mit Nika im Eiscafe saß, und gejammert habe, wie sehr es sich doch ziehen würde, was Nika gar nicht verstehen konnte. Und an diesem Abend fiel bei mir der Groschen. Da zog sich nicht wirklich was, denn plötzlich ergab alles einen Sinn! All die Informationen, die als banal eingestuften Begebenheiten, die alle bekamen mit einem Male einen Sinn und es ging wieder Schlag auf Schlag. Ich bemerke, dass es schon lange nicht mehr um den eigentlichen Überfall geht, irgendwie aber doch. Verzwickt, verquer, aber gut!

Fazit:
Als sich noch alles um die Vergewaltigung und das anschließende rätseln ging, wer es denn hätte gewesen sein können, hegte ich einen dumpfen Verdacht, der sich tatsächlich am Ende bewahrheitete. Dass ich so zeitig auf den Täter schließen konnte, nehme ich der Autorin aber nicht übel, denn ich nehme an, dieses Rätseln werden nur die wenigsten wirklich lösen können und am Ende in mehrerlei Hinsicht einen Aha-Effekt erleben.
Hervorragend inszeniert erzählt die Autorin mehrere Geschichten auf einmal. Der Erbschaftsstreit, ihre sonderbare Ansicht von Beziehungen, Baileys Schicksal mit den verstorbenen Eltern, ihren Beruf und natürlich der Überfall. So viele kleine, feine Details so glaubwürdig und gekonnt in Szene gesetzt, wunderbar. Sie verliert sich nicht in langatmige Sequenzen, sondern zeigt mir zum Ende hin, dass jeder Satz wirklich notwendig war, jedes Puzzleteil zum großen Bild gehört. Und das ist wirklich schön mitzuerleben.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/05/rezension-sag-dass-du-mich-liebst-von.html#more