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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Stigmata - Nichts bleibt verborgen -- Beatrix Gurian

Stigmata: Nichts bleibt verborgen - Beatrix Gurian

Stigmata - Nichts bleibt verborgen -- Beatrix Gurian
Arena, 2014
384Seiten
Hardcover
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-401-06999-9
eBook
Preis: 13,99 €

Klappentext:
Die Schatten der Vergangenheit, sie holen dich ein. Immer.

Nach dem rätselhaften Unfalltod ihrer Mutter ist Emma vor Trauer wie erstarrt. Bis zu dem Tag, an dem sie einen anonymen Brief erhält mit der Aufforderung: Finde die Mörder Deiner Mutter!
Doch warum hätte jemand Emmas sanfte Mutter umbringen sollen? Die Spur führt Emma zu einem Elite-Jugendcamp in einem düsteren Schloss in den Bergen. Dort stößt sie auf unheimliche Fotografien, die mit der Vergangenheit ihrer Mutter in Zusammenhang stehen müssen. Gleichzeitig häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle unter den Jugendlichen des Camps.
Jemand spielt ein böses Spiel mit Emma.
Kann sie die Zeichen richtig deuten - und ihr eigenes Leben retten?


Meine Meinung

Zuallererst einmal muss ich etwas über die Aufmachung des Buches sagen: Sie ist einfach umwerfend! Abgesehen davon, dass es grün ist (da bin ich mit unserer Key ganz auf einer Linie: Grün ist spitze!), mit silbernen Verzierungen ist es auch im Inneren ein wahrer Hingucker: In grün gehaltene Fotos sind an den passenden Stellen abgedruckt, grüne Verzierungen machen besondere Einschübe der Geschichte deutlich. Es ist einfach wunderschön verarbeitet!

 

Zum Inhalt will ich gar nicht mehr sagen, als der Klappentext schon verrät – er macht euch hoffentlich genauso neugierig wie mich. Es sei gleich vorweg gesagt, der Klappentext verrät nicht zu viel, aber alles, was ich zusätzlich zum Inhalt der Geschichte sagen würde, würde genau das tun und das sollte man wirklich nicht tun, denn „Stigmata – Nichts bleibt verborgen“ muss man wirklich Stück für Stück in sich aufsaugen und auf sich wirken lassen.

 

Man muss mit Emma gemeinsam die Zeit nach dem Tod ihrer Mutter durchmachen, den Rätseln nachgehen, die sich ihr aufgeben und den scheinbaren Antworten stellen, die sie findet und die dabei doch immer neue Fragen aufwerfen. Die Fotografien, die Emma findet, sind alle auch im Buch erhalten, so dass man selbst Emmas Grauen und ihre Gänsehaut teilen kann. Der Roman ist aus Emmas Sicht geschrieben, aus der Ich-Perspektive. Wir sind Emma ganz nah und sie ist wirklich eine sympathische Heldin, der man sich gern so eng verbunden fühlt. Was gerade in einem Buch wie „Stigmata“ sehr wichtig ist. Emmas Handlungen sind stimmig und nachvollziehbar, ihre Gedanken wirken nie unglaubwürdig, übertrieben oder kopflos. In diesem Szenario keine Selbstverständlichkeit.

 

Emma zweifelt an allen, die sie umgeben und sie hat allen Grund dazu und auch als Leser zweifelt man mit Emma, hofft mit ihr, bangt mit ihr, leidet mit ihr.

 

Die Geschichte, wie Emma sich auf die Suche nach den wahren Hintergründen zu dem Tod ihrer Mutter macht, wird unterbrochen von Einschüben, die vor einigen Jahrzehnten spielen. Das, was man in diesen Einschüben erfährt, ist noch einmal auf ganz eigene Art schockierend, wie es das, was Emma gerade erlebt ist.

 

In beiden Handlungssträngen wird man schockiert und wütend auf diejenigen, die die Kontrolle über das Geschehen haben und fragt sich immer wieder, wieso Menschen sich so verhalten. Die Auflösung des großen, alles überspannenden Rätsels schließlich, die Auflösung, die im hier und heute in Emmas Geschichte endet, ist nicht weniger schockierend und ergreifend als die vorherigen Ereignisse.

 

„Stigmata“ bietet einige düstere Themen. Das Cover, der Titel, der Klappentext, sie versprechen nichts, was Beatrix Gurian nicht auch liefern kann, im Gegenteil, sie deuten lediglich an, locken den unbedarften Leser auf ein dunkles Abenteuer, wie ein nächtlicher Spaziergang im Wald, bei dem man bei jedem Geräusch zusammenzuckt und bei dem die Taschenlampe gefährlich zu flackern anfängt, als die Batterie langsam leer wird. Genau in diesem Zustand lässt einen „Stigmata“ den Leser bereits ab der ersten Seite, die bereits andeutet, wie grausam einige Figuren in dieser Geschichte agieren werden und welche ernsten, düsteren Themen das Buch anspricht.

 

„Stigmata“ ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach ausliest und zur Seite legt. Man atmet zuerst einmal aus, lässt den Atem endlich frei, den man angehalten hat und wagt wieder, aufzuschauen, sich umzusehen und wieder Licht einzulassen in die Dunkelheit, in der man sich 383 Seiten lang aufgehalten hat.

 

Von mir erhält „Stigmata“ eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die nicht allzu zart besaitet sind und nichts dagegen haben, eine Nacht lang auf der Bettkante zu sitzen, während sie das Buch Seite für Seite verschlingen.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/04/rezension-stigmata-nichts-bleibt.html