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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Die geheimen Worte - Rebecca Martin

Die geheimen Worte: Roman - Rebecca Martin

Die geheimen Worte - Rebecca Martin
Diana Verlag, 2015
432 Seiten
Taschenbuch

Preis: 9,99 €
ISBN:978-3-453-35755-6
eBook
Preis: 8,99 €
ISBN:978-3-641-14502-6
Hörbuch
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-8371-2920-5
6 CDs/7 Std. 14 Min


Klappentext:
Bad Kreuznach 1850: In der aufstrebenden Kurstadt verlieben sich die Schwestern Anne und Sophie in den englischen Gast James Bennett. Es ist für beide der Beginn einer heimlichen Leidenschaft: Anne ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, während die viel jüngere Sophie sich nicht traut, dem überaus charmanten jungen Mann ihre Gefühle zu offenbaren. Die Katastrophe ist unausweichlich, als James beide Schwestern zurückweist. Erst zwei Generationen später kommt ans Licht, was damals geschah …

 

 


Meine Meinung:
In dem Roman „Die geheimen Worte“ von Rebecca Martin begleiten wir drei junge Frauen in zwei verschiedenen Jahren an zwei verschiedenen Orten. Da sind zum einen die Schwestern Sophie und Anne, die 1850 in der beschaulichen Kurstadt Bad Kreuznach an der Nahe leben und einen unvergesslichen Sommer erleben.

 

Beide Schwestern, sowohl die 18jährige Sophie, als auch die bereits verheiratete Anne, die Mutter einer kleinen Tochter ist, verlieben sich in diesem Sommer in den Engländer James, der die Zeit in Bad Kreuznach verbringt, um zuhause in London einem Skandal zu entgehen. James ist freundlich, zuvorkommend, charmant … einfach ein junger Mann, in den man sich verlieben muss. Doch diese Verliebtheit macht nicht nur die Schwestern zu Konkurrentinnen, sie droht noch viel mehr zu zerstören …

 

Zum anderen ist da Marlene, 20 Jahre jung, die 1923 in Frankfurt am Main zielsicher auf eine standesgemäße und von den Eltern perfekt arrangierte und geplante Hochzeit zusteuert – bis sie bei einem Ausflug auf den jungen Künstler Adrian trifft. Ein Treffen, dass Marlenes Leben verändern wird, denn sie will Adrian wiedersehen und durch seine Bekanntschaft lernt sie, dass es nicht allen Menschen so in dieser Zeit so gut geht wie ihr.

 

Rebecca Martin erzählt die Geschichte abwechselnd zwischen den beiden Zeiten, wobei ein handgeschriebenes Büchlein, das Marlene von ihrer Mutter erhält, bald die Verbindung zwischen ihr und Sophie und Anne darstellt. Doch während Die Geschichte der Kreuznacher Schwestern einen runden Abschluss findet, bleibt Marlenes Geschichte für meinen Geschmack zu offen. Wir scheinen sie mitten in einer Szene zu verlassen, was das Ende des Romans für mich ein wenig trübte.

 

Es ist ein sehr ruhiger Roman, der dennoch mit einigen spannungsgeladenen Stellen aufwarten kann. Während ich die Charakterisierungen der weiblichen Hauptfiguren sehr schön und ausführlich fand, hätten die männlichen Gegenstücke und Nebenfiguren gern ein wenig mehr Raum einnehmen können. Von James erfährt man zwar einiges über sein Gefühls- und Seelenleben (seine Hintergrundgeschichte macht ihn noch interessanter und ich hätte sehr gern noch viel mehr über ihn gelesen), Adrian hingegen blieb mir etwas sehr blass. Selbst James Freund Henry, der nur eine Nebenrolle innehat, ließ mehr von sich erfahren.

 

Insgesamt gefiel mir die Geschichte in Bad Kreuznach besser, die Figuren, die Konflikte, der ganze Handlungs- und Spannungsbogen erschienen mir runder und besser ausgearbeitet. In Marlenes Geschichte erfährt man zwar viel über die 20er Jahre, aber es war mehr ein Blick ins Grobe, ins große Ganze der Bevölkerung, Schicksalsschläge, die besonders zwei Frauen aus Adrians Umfeld treffen, die Unzufriedenheit mit der Situation, in der er und seine Freunde leben, der Unterschied zwischen den sozialen Schichten spielen gefühlt eine größere Rolle, als Marlenes eigene Geschichte, die mehr Beobachterin als (bis auf zwei dafür bedeutende Entscheidungen) Aktive ist.

 

Beide Zeitebenen sind gut recherchiert, das Wissen über die jeweiligen Epochen und Örtlichkeiten fließt schön in die Geschichte ein, in der 1923er Handlung offensichtlicher als in der 1850er, in der es meinem Gefühl nach besser in der Geschichte verwoben war.

 

Sophie, Anne und Marlene stellen drei verschiedene Möglichkeiten dar, wie Verliebtheit sich entfalten und entwickeln kann und wie sich eine Lebensgeschichte entwickeln kann, wenn man sich von Gefühlen leiten lässt, oder dagegen ankämpft.

 

Von mir erhält „Die geheimen Worte“ 3,5 Punkte, da ich am Ende doch auf ein wenig „mehr“ gehofft habe. Für Fans des Genres ist es aber auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, die man noch mehr genießen kann, wenn man Bad Kreuznach kennt und die Wege, die Anne, Sophie und James gingen, wenigstens im Geiste nachverfolgen kann.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/04/rezension-die-geheimen-worte-von.html