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Lesekatzen

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Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Go for Gold, Mr. Leeson!

Shadow Guard: Die dunkelste Nacht (German Edition) - Kim Lenox, Michaela Link
 „(...) war wie ein Mundvoll Zucker.
Zu süß. Zu exzessiv.“


Loooondooooon! Ha! Dran gekriegt. Nöp. Diesmal spielt der Großteil der Geschichte in ‚Langeweilemoor‘. Diesen Spitznamen hat ‚Dornenmoor‘ von einem der Rabenwächter bekommen. Zusammen mit gekochtem Wurzelgemüse und einem alten Gemäuer voller stinkender Katzen ist das leider auch schon Programm in diesem dritten und abschließenden Teil der Reihe ‚Shadow Guards‘. Womit ich mich ebenfalls von der Serie abwende. Ebenso wie es anscheinend auch der Verlag getan hat, dem dieses Buch nicht einmal wert war auf Papier gedruckt zu werden. Daher ist es nur als EBook erhältlich. Aber dennoch, ein dickes Danke dafür, dass die Serie nicht einfach eingestellt worden ist. DAS kann ich nämlich gar nicht ab.

Oh, und es gibt allerhand Dinge die ich zusätzlich nicht ab kann. Aber erst einmal direkt vorneweg die Highlights von: „Die dunkelste Nacht“. JEDER, aber auch wirklich jeder braucht einen und sollte sich einen zulegen: Mr. Leeson. „Go for Gold, Augenklappe tragender Sekretär!“ möchte ich ihm zurufen und ihm sagen: DU bist der Grund, weshalb dieses Buch überhaupt noch einen Punkt von mir bekommt. Was war noch gut? Mrs Hazelgreaves, die Natter, die Selene Gräfin Pawlenko gehört und ihr ordentlich zeigt, wie ich sie finde: Nicht zum Anbeißen, sondern zum Vergiften. Ein Hoch auf kluge Tiere. Hm, jetzt wird es echt schwer. Oh! Ja natürlich, Archer hat wieder lange Haare! Das ist eine positive Entwicklung! Und die Erwähnung von Zeitgenosse Oscar Wilde - das ließ mich ja erst wirklich hoffen! 


 „Aber sollten Impfstoffe nicht heilen?.“


Rourke Lord Avenage, seines Zeichens Earl… Rabenmeister seit Wilhelm dem Großen, Besitzer eines Anwesens in ‚Langeweilemoor‘. Hat sich selbst auferlegt niemals wieder zu lieben, Waschbrettbauch, Bart, Schrank von Mann, grüne Augen… arbeitet im Tower von London… hat nen direkten Draht zur Queen Vicky… treibt’s mit Helena (ja DIE Helena!- Troja ihr wisst schon.) pft, Blah blah blah
Selene Gräfin Pawlenko, Zwillingsschwester von Strahlemann und Ex ShadowGuard Markus Helios Lord Alexander, Tochter von Kleopatra, verwitwet - mehrfach eventuell - frisst Bücher, liebt erlesene Kleider, ist neugierig, Blah blah blah
Noch wer? Ach der Rest ist zu vernachlässigen. Es geht darum die Beiden zusammenzubringen und zwar ob sie wollen oder nicht. Aber da war mehr Gefühl zwischen Leeson und Selene als zwischen Rourke und der Gräfin.

Sämtliche Kritiken, aus meinen ersten beiden Rezis (s.u.) schlagen hier wieder rein. Daher führe ich nicht alles noch einmal auf. Dieses Buch ist absolut farblos und ich stand ein zwei Mal davor abzubrechen. Auch aufgrund völlig willkürlich gesetzter Kapitelunterteilungen mitten in Unterhaltungen (Kapitel 9, 10, 11...). Und die verpatzte Formalia kann dann auch die Übersetzung nicht retten. ÜbersetzerInnen haben auch Gefühle, daher nehme ich an, dass solche Worte der Fahrlässigkeit geschuldet sind, weil vielleicht auch Frau Link hier nicht ins Buch gefunden hat: S. 182: „Sieht nach einem Blitzanschlag aus.“ gemeint war hier wohl der Einschlag. Hoffe ich zumindest sehr! Andernfalls würde ich mich fragen wer hier den Blitzkrieg ausruft!

 „(...) falls sie jemals ein Kapitel zum Frühstück essen wollte.“


Während Rourkes wichtigste Frage scheint: Wozu brauchen Frauen an ihren Kleidern Tournüren, widmet sich Selene, nachdem sie endlich wieder wach ist, ihrem scheinbaren Ater Ego: Selene- die Menschenfrau. Was sie zu einer Drehung von 180Grad bringt und sie absolut langweilig macht. Der gesamte Esprit ihrer Auftritte in den anderen Teilen ist zerstört. Von ihr bin ich noch enttäuschter wie seinerzeit Mark. Selbst die hin und wieder aufkommenden Ausschläge Richtung: einzige weibliche Schattenwächterin, Intrigantin, Übeltäterin kauf' ich ihr keine Sekunde lang mehr ab. Wegen meiner hätte sie auf Swarthwick bleiben können, da gehört sie hin nach diesem Buch.

Von den Szenen her gab es einen Zirkus, einen Trödelmarkt, Kutschfahrten, Zugfahrten und Bettgeflüster. Nicht zwingend in der Reihenfolge. Es gibt einen Vorteil in London noch um die schlafende Gräfin, dann Langeweiledorf und schließlich schnell, wie ich es ja schon bei Lenox gewohnt bin, das Finale. Ich will euch gar nicht sagen, wie sehr das in den Sand gesetzt war. Die ganze Vorbereitung für Tantalos, Jack the Ripper und die Dunkle Braut endet in der Kanalisation und da gehört es auch hin. *Abzug drück*


Fazit:
Verschenkt! Alles verschenkt! Auch das hier: S. „Sie schob einen kleinen Gedichtband in die Samttasche, (…) und verschluckte schnell die erste Strophe auf Seite zweiunddreißig.“ Ich bezweifle nicht, dass Kim Lenox Ideen hat! Schöne, sogar sehr schöne Ideen. Aber die Umsetzung ist absolut mangelhaft. Dieses Buch konnte mich nicht überzeugen. Ich habe den Eindruck die letzten Szenen mit Leeson waren die hervorragendsten, aber alles davor war absolut unnötiges Geplänkel zwischen Charakteren die nicht füreinander bestimmt sind und deswegen auch gar nicht überzeugen konnten. Die Handlung bröckelt an so vielen Ecken, dass es lächerlich geflickschustert wirkt.

Die kleinen Bröckchen vom Savoy, dem Bahngleis und Ascot vereinen sich beim Auftritt der Queen höchstpersönlich und diese Frau ist glaub’ ich ein Wechselbalg. Das war jedenfalls nicht mehr die Lady die im ersten Band ganz kurz reingeschaut hatte. Und was Archer nebst Lady Black geborene White und Mark nebst Willomina-ich-werd'-nicht-warm-mit-der-Schwägerin in dem Buch zu suchen hatten entbehrt sich auch wieder jeder Logik. Denn beim Auflauf zum Finale ... richtig: verpatzen sie mal wieder ihren Einsatz. Sind dann aber doch noch da um alle in den Arm zu nehmen! Das kommt einem nicht nur halbgar vor, das war es auch.

Armarinthinisches Schwert, Elfenbein-Aufwickelstäbchen und  '
die Pupille des Auge des Pharao‘ sind zeitgleich nötig um das hier schnell zu vergessen: Gewollt aber nicht gekonnt.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2015/02/rezension-shadow-guards-die-dunkelste.html