11 Follower
39 Ich folge
Lesekatzen

Lesekatzen

Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

Mit diesem Buch kann man in den Schlafsack kriechen

Eine Hexe zum Verlieben: Der erste Elionore Brevent Roman - Kristina Günak

"Wenn du gegen die Regeln verstößt,
leugnest du nicht, was du bist."

 

Und ich leugne nicht, dass mir die Lektüre Spaß gemacht hat. Allerdings habe ich mich nicht in die Hexe verliebt. Auch nicht in einen der Werwölfe, das Elfenkind, den Vampir oder den Jaguar. Vielleicht noch am ehesten in das Haus am Anemonenweg irgendwo in Deutschland, welches direkt an der Erdmagielinie liegt. Und mit ‚Verliebt in eine Hexe‘ hat dieses Buch, trotz der Titelähnlichkeit auch nichts zu tun. Viel mehr kam mir die Idee eine Assoziation zu Bibi Blocksberg zu ziehen. Vor allem wegen dem Zusammenspiel Bibi und Barbara- äh ich meine Eli und ihre Mama.

Ich kann mal gar nicht verstehen, wieso Eli, diese plappernde Hexe, nicht auf Männer mit Zöpfen steht. Und ich schieß schon mal voraus, also ICH hätt’ ja BEIDE genommen. Entschuldigung, ich muss an dieser Stelle mal husten um darauf hinzuweisen, dass dieser Gedankengang nicht jugendfrei war. Aber wenigstens werden bei solchen Gedanken nicht sämtliche Milcherzeugnisse im Haus sauer.- Passt also lieber auf, welche Schutzzauber ihr anwendet oder anwenden lasst.


"Dann bist du ein dreckiger Bastard
-Key: "Also ich hab' ja ein Herz für Bastarde"

Es geht hier um einige mystische, fabelhafte Wesen. Allen voran wird besonderes Augenmerk auf ein paar Außenseiter gelegt. Wen haben wir? Also Elionore- die Immobilienmaklerin natürlich. Sie ist eine Hexe und ich finde diese Doppelbelastung Berufsleben und Hexenalltag hat es ganz schön in sich. Nicht nur, dass sie sich die Tage um die Ohren schlagen muss, nein Nachts soll sie auch noch merkwürdigen Vorkommnissen nachgehen, das kunterbunt zusammengesetzt Werwolfrudel um ihren Freund Mo, den Husky zusammen flicken- falls die sich mal wieder für Jaguar- Einzelgänger (Vincent) als unfreiwillige Sparringpartner angeboten haben. Und wenn das noch nicht reicht, haben wir ja auch noch Nicolas Deauville, den Halbvampir. Letzterer ist Übrigens trotz Mischlingstum aus Elis Sicht ein typischer Blutsauger: Vampire atmen nicht, lächeln nicht und sind Arschlöcher- warum der Kerl allerdings ‚Stadt des Wassers‘ (Deauville) heißt weiß ich nicht. Kein Wunder, dass sie ihm wesentlich besser widerstehen kann als dem irgendwie verloren wirkenden Gestaltwandler, der um sie herum schleicht und in guter Katermanier Köpfchen gibt. Es ist also nicht verwunderlich, bei so vielen Wesen die etwas von ihr wollen, dass Eli sich permanent über Schlafmangel mokiert.

Für alle Wesen gibt es den ‚magischen Rat‘, der aber scheinbar nur bürokratisch pro forma existiert und einen ‚Verschleierungskodex‘. Da Eli aus der Ich- Perspektive immer mal ganz gern den Leser anspricht und mitteilt, wie sehr wir uns doch wundern würden, wie viele kuriose Wesen es doch gibt! Da haben wir natürlich die Hexen/ Hexer und die Gestaltwandler und Vampire, aber auch die Elfen und jawohl diese kleinen irischen/ isländischen Pixies. Eben jene sind auch hier Stein des Anstoßes- oder vielmehr deren Stein ist der Grund weshalb Eli involviert wird. Wie sich nämlich heraus stellt, sind Nicolas und Vincent nicht die einzigen Schicksalsgebeutelten Figuren und Eli muss selbst in den sauren Apfel beißen und den Elfchen einen Gefallen tun.

"Unreines Blut.
Dreck."

In den ersten zehn Kapiteln geht es vor allem ganz ruhig darum erst einmal unser Trio in Ruhe vor- und zusammen zu stellen. Wir erfahren, dass Hexen eine ’Sith’ als Körpermarkierung tragen und die bei Eli ständig ziept und juckt, wann immer der Kater um sie herum schleicht. Während Gestaltwandler unheimlich Kuschelbedürftig sind, egal ob Canidea oder Felidae. Sie sind im Grunde nicht überlebensfähig ohne enge Bindungen, was sie wirklich sehr sympathisch macht.
 
Ich werde mit einem Jaguar und einem Vampir zu einem Campingausflug der besonderen Art aufbrechen.(S 173)
So und nun geht’s dann aber auch endlich los, nachdem die Elfen im Garten von Nicolas Eli erklärt haben, dass sie und ihre ‚weinenden Beschützer‘ den Orakelstein wieder beschaffen sollen, planen die Drei mit Elis erfahrenen Mutter die Reise in eine Art Paralleldimension. Sie haben genau drei Tage, ehe sich die Möglichkeit diese Dimension zu betreten und wieder zu verlassen für ein Jahr wieder schließt und sie fest sitzen würden. Und sie müssen auch ’nur’ durch diesen wahnsinnig machenden Wald rennen und den Endgegner besiegen. Is auch jetzt gar nicht so schwer und die Jungs sind mit Rat und Tat zur Stelle, wenn sie sich nicht gerade gegenseitig ärgern. Eli lernt wie leise man sich als ‚Wattebausch‘ verhalten kann und das man den Kerlen vertrauen kann.
 
"Entscheide dich!
Blutrausch oder Nichts!"

Diese Dimension hat es jedoch in sich und die wirklich tollen Dinge passieren in diesem Teil des Werkes.
Das Grünzeug hat die interne Blätterbeleuchtung eingestellt.(S 248) Man kann sich ja nie sicher sein, was so eine fremde höchst magische Welt einem nicht alles zwischen die Füße wirft und jeder muss mal gegen sich selbst und seine inneren Ängste ankämpfen. Das aber schmiedet die Freunde nur enger zusammen. Viel schöner, als die kleine angedeutete Liebelei war mir die Entwicklung zwischen Vincent und Nicolas, die am Ende wirklich ein gutes Team abgeben.
 

Fazit:
Mit diesem Buch kann man nichts falsch machen.
Was ist das?“- „Das ist dunkel.(S 282)
Und was tut das grüne Licht?- Jap es leuchtet grün.
Das ganze Buch über schleppt Eli, die einen mit Zaubersprüchen verhexen kann- Nicolas spricht da aus Erster- Hand- Erfahrung- so eine krumme Beretta mit sich herum und ich hätte mich wirklich geärgert wenn die keine Anwendung gefunden hätte. Als sie dann abgefeuert wurde, fragte ich mich trotzdem ob man das nicht anders hätte lösen können. Die Handfeuerwaffe wirkte für mich Fehl am Platz. Das Ende rast nur so dahin und leider verdirbt das etwas die ganze mühsam gestaltete Vorgeschichte und den Ausflug. Immerhin aber weiß ich jetzt, dass man Pixies lieber kein Bier geben sollte. Andererseits aber wäre es ohnehin vorzuziehen, wenn man diese gar nicht erst sehen kann um sich viele kleine Fisimatenten zu ersparen. Und zum Schluß ein Kompliment für die vielen lustigen Seitenhiebe und den extrem klammernden Schlafsack.


Urteil: Eine transmagische Erfahrung.
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2014/08/rezension-eine-hexe-zum-verlieben.html