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Lesekatzen

Lesekatzen

Vier Katzenbesitzerinnen bloggen gemeinsam über das, was sie neben ihren Vierbeinern am meisten lieben: BÜCHER!!!

ES und ICH

Smoke: Roman - Katrin Segerer, Dan Vyleta
"Ein Geruch wie ausgekochte Geschirrtücher." (S.439)
Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, das Rauchen aufzuhören. Jetzt gerade tue ich es nicht. Liegt mit an dem Buch. Obwohl das Buch Bonbons und Zigarettenkonsum sehr stigmatisiert und für schlecht erachtet. Dennoch: Rauch ist gut. Zu dem Entschluss bin ich jetzt gekommen. Ich bin mir zwar nicht sicher, wieso es ihn gibt und warum er die Sünden anspringt (nicht auf alle), aber ich weiss wo er seinen Sitz hat und dass er nicht nur teerschwarz ist. Er ist Ausdruck der Gefühle, das ES im ICH. Die schönste Nebeneigenschaft ist jedoch eine Art Verbundenheit. Eine Art Erkennen des anderen, welche einem bestätigen kann zu wem man gehört. Wer zurück liebt mit dem ganzen ICH. „Riechst du es nicht?“ Nennen wir es: Smoke-Punk, statt Steam-Punk. Und wo Punker sind, dort finden wir Revolution.

An das Buch gekommen bin ich sogar zufällig. Habe ein kleines Suchspiel mitgemacht und das Cover tauchte in meiner Empfehlung auf. Das Cover finde ich hässlich, passt aber atmosphärisch. Tatsächlich wanderte es aber nicht auf meine Wunschliste. Über den Verlag kam es dann doch noch einmal auf mich zu. Und ich konnte mich diesem ‚Fingerzeig’ des Schicksals nicht erwehren. Wozu auch, manche Bücher finden dich, nicht umgekehrt. Manche Geschichten finden auch ihre Autoren, wenn diese nicht zwingend danach suchen. Und manchmal wirst du gefunden, wenn du rauchst. Manchmal findest du jemanden nur, wenn es stockfinster ist und du alles was dir beigebracht wurde: Normen, Werte, Erziehung, das Hand-in-den-Schoß-legen abstreifst, nackt bist aber nicht entblößt. Demnach Danke.


"Es geht um Gehorsam." (S.104)
So wie die Jugendlichen in diesem Buch. Schnell wird klar: Charlie und Thomas sind keine x-beliebigen Internatsschüler im 19.Jahrhundert. Sie sind auf einem Elite-Internat voller anderer Jungen. Kinder rauchen pausenlos und sind noch nicht ‚erzogen‘ genug. Kinder sind, bis sie lernen mit ihrem Rauch umzugehen, auch nichts wert, werden gemieden. Um die Brut also in ihr Werte-Korsett zu zwängen, werden sie auf die Schulen verfrachtet. Ihre Kleider, ihre Laken untersucht, wer raucht wird bestraft. Zum Glück verlassen wir dieses ungemütliche Gefängnis schnell. Es reicht, um uns die beiden Jungs und ihre außergewöhnlich innige Freundschaft beizubringen. Und einige andere Charaktere in kurzes Scheinwerferlicht zu tauchen, um sie später aus dem Kader der Charaktere hervorzuheben.

Stattdessen erleben wir eine Hinrichtung und folgen der Handlung zu einem anderen Schauplatz. Der nicht weniger düster ist, einem aber Raum zum Atmen lässt. Dort lernen wir Livia kennen, sie ist ebenfalls adelig und auf einem Mädcheninternat untergebracht, wenn nicht gerade - wie jetzt - Weihnachtsferien sind. Sie ist ‚die Heilige‘ die alle Gefühle unterdrückt, die Tugend, die Disziplin und Selbstbeherrschtheit verkörpert. Ihre Mutter, ihren Halbbruder, die Dienerschaft in den Schatten stellt, dem Leser viel Geduld abringt, um mit ihr warm zu werden.


"Stell dir eine Welt vor, in der du irrst,
und niemand bemerkt es,
nicht einmal du selbst
.
"
(S.143)
Was dort hinter verschlossenen Türen geschieht, bleibt auch dort. Handlungstechnisch werde ich auch gar nicht tiefer gehen als: Wir kehren über Umwege zurück nach London. Doch nicht mehr als adelige Sprösslinge, mit halben Schritt durch die Tür zum Mannsein. Wir erleben hautnah mit, wie die drei Jugendlichen geschliffen werden. Allerdings nicht zu Diamanten. Aus Rauch kann man keine Diamanten pressen, so sehr man sich auch bemüht. Aus Rauch entsteht etwas anderes. Ur-substanztielleres, Animalisches, nicht immer Gutes. Aber und darum geht es: Eben auch nicht nur Schlechtes. Diese drei Charaktere werden viel über sich und ihre Liebe lernen in den kommenden Z-/Seiten. Ich finde sie wachsen dabei nicht über sich hinaus, sie erblühen auch nicht: Keine Geschichte über die Ästhetik hinter dem mit Dreck verschmierten Gesicht. Sie finden jeweils ihren eigenen Kern, wie verdorben der auch sein mag.

Ist denn alles wirklich Sünde? Fragt dieses Buch. Und welche dieser Sünden engt uns mehr ein, als dass sie uns lehrt ein guter (Christ) Mensch zu sein? Wären diese Emotionen so flüchtig wie Nebel und würden aus unserer Haut hervorquellen, wie wirke jemand, der „eine reine Weste“ trüge? Wer ist schlimmer? Der der ohne Reue Böses tut oder der der ohne Scham lügt? Ist es so verwerflich unter all dem Dreck einen Menschen zu finden oder viel schlimmer unter der sauberen Kleidung schlackigen, aufgebrauchten Ruß? Wie viel verkraften wir täglich, unterdrücken uns, schämen uns über unser frugales Mahl gebeugt?

 

Fazit: 
Gegenwartsform, Ich-Perspektiven (! ja Mehrzahl) und ‚eigentlichs‘ und ‚Achselzucken‘ - da hört’s bei mir ja schon auf, wie einige vielleicht wissen über mich. Ich hab’ aber meine kleinen Rauch-Schluckaufs wieder weggewedelt und sie hingenommen. Wobei es mir am Anfang sehr schwer fiel. Ich-Perspektive mag ich deshalb nicht, weil mein ICH ja vielleicht einfach nicht das Ich im Buch ist. Aber hier ist jeder mal Ich und ICH kann mir aussuchen, ob ich einer von ihnen sein kann. Wirklich gestört hat es mich zum Ende deswegen nicht mehr so arg. Man sieht, man kann auch entgegen meiner Präferenzen bei mir punkten. Wenn man es überzeugend macht.

Das schafft Vyleta. Seine Idee ist hervorragend. Dunkel, fies und ständig hinterfragend. Er erschafft einen verzerrten Weltenentwurf mit veränderter Zeitlinie weit in der Vergangenheit, so dicht an unserer, mit Täuschung, Arglist und Hohn, nur um ihn wieder einzureissen. Die Daguerreotypie einer Gesellschaft, die sich im Moment der Aufnahme bewegt hat. Nichts ist wie es gelehrt wird, nichts wie es scheint, du musst die zentimeterdicken schwarzen Schichten abkratzen, um dahinter zu blicken. Niemand ist weiß oder schwarz ODER grau. Hundertmal kann man das schreiben, schreien, dozieren, dennoch fallen wir immer in unsere Muster zurück und vorverurteilen, urteilen, stellen uns in unseren eigenen Käfig, ins Hamsterrad, in die Norm, unterwerfen uns den Zwängen, den Zwingen und dem Korsett.


Urteil: Karnevalswochen, jetzt weiss ich warum wir die wirklich brauchen.
 
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/04/rezension-smoke-by-key.html

Soziopath

Heliosphere 2265 - Band 31: ... In das Licht (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Das war einfach."
Ja ja, mal eben schnell direkt weiterlesen. Ist nicht. Deswegen gab es vorgestern auch die Rezi zu Teil 30. Und heute die zu 31. Aber das sieht nur so aus, als hätte ich die beiden direkt hintereinander gelesen. Ich bin einfach nur wieder spät dran mit meinen Rezensionen ("Horzion Zero Dawn" sei Dank) und dies stellt einen plumpen Versuch der Vertuschung dar. Da ich wirklich nicht gut darin bin, wie ihr seht, schätze ich umso mehr die Auswirkungen in diesem Teil. Da ich auch hier nicht spoilern will, darf ich ein wenig auf den letzten Teil eingehen (ohne auch den hier zu offenbaren.)

Einfach. Ha, ha. Nichts ist einfach oder unkompliziert im suchanek’schen Kosmos. Das wissen wir Nachzügler LR Teilnehmer bestens. Und wie ich es gesagt habe, in der letzten Rezi: Wir haben es geschafft, mal wieder die Schiffe in die Werft zu schicken. Das ist echt so ein Dauerbrenner in Heliosphere. Wollen wir mal die zahllosen Opfer dieser Zerstörung nicht herunterspielen, aber das macht die Serie schon mit aus. Genauso wie Norikos Mom zu einem festen Bestandteil der ‚erweiterten Crew‘ geworden ist und man sie nicht missen möchte.

 
"Was zum Sjöberg...?"
Totgeglaubte leben länger. Das wissen wir in dieser Serie ja schon länger. Immerhin haben wir ja die Köpertauschmaschine der Zeitreisenden kennenlernen dürfen. Aber nicht nur diese Technologie beherrscht 2265. Die Medizin ist auf einem ganz neuen Niveau angekommen. Scheinbar kam nur noch nie jemand auf die Idee auch Machtbesessenheit und Rache auszumerzen. Schade aber auch. Dann würden uns vermutlich aber diverse Aufhänger fehlen, die in diesem Zyklus weiterhin zum tragen kommen. Und der Klappentext allein informiert uns ja auch schon über die Aktionen gewisser Personen. Ich würde jetzt noch hinzufügen, dass gewisse Hundealiens (deren Namen mir zu lang sind, obwohl sie nur aus Silben bestehen, um sie sich zu merken) zurück im Geschehen sind und das ist gut so. Als nächstes hoffe ich natürlich darauf, dass Aury wieder auftaucht.

Darüber gibt es in diesem Teil ein paar Dinge, mit denen ich mal wieder nicht so gut klar komme, wie mit der technischen Weise. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich diese Geister-Ebene von Noriko nicht so ganz mitnehmen konnte und wollte. Doch jetzt erfahren wir ein wenig mehr über die Fixpunkte der Zeit und deren Abhängigkeit voneinander. Und das ist eine recht schmerzhafte, sehr direkte Abhängigkeit. Wo soll das nur hinführen?
"In jeder Niederlage liegt eine Chance."
CABAL, ich finde ja man sollte diese K.I. mal mit CARA in ein und dasselbe Netzwerk loslassen und schauen, ob sie Baby-K.I. machen. Aber der „Soziopath“ in CABAL dreht ohnehin sein ganz eigenes Ding. Wie ich gehofft hatte. Man kann sich bei denen eben nie sicher sein. Und so herrlich jugendlich naiv CARA auch ist, so verhaltensgestört erscheint einem CABAL als Ausgleich. Fast schon wie Cross und Sjöberg. Unser glohrifizierter Held der Solaren Republik, Hoffnung des ganzen Universums und sogar Sarahs Respektsperson; der der immer da ist  und ihm gegenüber der der leider immer noch da ist und es sabbernd kaum mehr abwarten kann die Türen zu seiner Hölle für Jayden zu öffnen und ihn Willkommen zu heißen.

Da hilft uns dann das nette Geplänkel zwischen Kendra und der Ärztin ihres Schiffes auch nicht mehr darüber hinweg, dass wir glauben zu wissen, wer hier Weiß und wer Schwarz ist. Im nächsten Moment sind wir froh, dass wir hier und da doch noch jemanden retten können, nur um uns mit der ganzen Tragweite von Langzeitschäden konfrontiert zu sehen. Die Solare Republik platzt seit der Aufnahme aller Sternkopf-Befreiten aus allen Nähten und es ist wirklich nicht hilfreich, dass sie nur über einen atomar versuchten Planeten verfügen, ihr System aussieht wie ein Golfplatz und dann auch noch Gefahr aus dem Inneren droht. Was die Fliege jedoch mit den Sensoren zu tun hat, müsst ihr selbst lesen.
 

Fazit: 
Das kleine Video hier hat jetzt rein gar nichts mit dem Band zu tun. Außer natürlich der Teil mit dem Licht. Daher lasst meine Assoziation einfach auf euch wirken und versucht mal abzuschätzen was ich damit meinen könnte.

(siehe Blog)

Wer natürlich genaueres wissen will, sollte bei Band 1 anfangen und sich durch alle Höhen und Tiefen kämpfen. Und vielleicht mögt ihr mir ja dann mal berichten, ob ihr das genauso empfunden habt.

Zum Urteil werfen wir mal einen Blick in die Saphirglasröhre.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/04/rezension-heliosphere-2265-in-das-licht.html

Honigtopf

Heliosphere 2265 - Taschenbuch 15: "Projekt: NORTHSTAR" & "Aus dem Schatten ..." - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler
"Spielen wir ein Spiel"
Wir sind mal wieder an einem dieser schicksalsträchtigen Zahlen angekommen. 6,12,18,24,30 … erkennt ihr das Muster? Wie gewohnt geht es mit der IL HYPERION in andere Sektoren des Weltalls und man versucht irgendwie an jeder Front gleichzeitig zu kämpfen, um gegen den scheinbar übermächtigen Feind der Ash’Gul’Kon alles zusammenzuraffen, was möglich ist. Seien es neue und bessere Schiffe, alte Kameraden, die wieder aufgetaucht sind, aber leider darniederliegen. Seien es neue Erkenntnisse oder Verbrüderungen. Glücklicherweise ist unser Commodore Cross ja inzwischen in einem ganzen Verband unterwegs, den er befehligen darf. Von dem einige nicht so ganz nach seiner Pfeife tanzen wollen und er mal erfahren darf wie das ist, wenn man ständig mit den Zähnen knirschen muss. Etwas für das er ja sonst immer ganz gern verantwortlich ist.

Zusätzlich nehmen wir uns die Zeit uns noch ein Tattoo zuzulegen und trinken weiter unsere Vikos. Der gesamte Teil ist jedoch von einem nahen Unheil überschattet. Und ich habe alle Nase lang um eine andere Person gebangt, die mir doch inzwischen ans Herz gewachsen ist. Umso erstaunlicher war dann das Ende, denn [ach ja, Spoiler und so.]

"Doch sie wollte nicht zu pessimistisch sein."
Wir breiten über das die Geschehnisse in diesem Teil einfach mal den Mantel des Schweigens. Es ist nämlich mit Band 30 einer jenen Teile die so richtig reinhauen und dementsprechend ist beinah schon jedes Wort zu viel. Doch wir können uns dennoch ein paar Fragen widmen. Zum Beispiel dieser hier: Warum hat eine Wissenschaftsstation nie Offensivwaffen? Oder auch: Warum man mit einem einzelnen Partikel schiessen sollte?

Zu maulen habe ich, wie immer im suchanek’schen Kosmos vor allem auf hohem Niveau. Da mir oft die Kapitelangaben zu viele Informationen enthalten und die (scheinbar) auch mal ein wenig durcheinander geraten. Aber das kann man alles nur schwer nachvollziehen, wann auf welchem Schiff, im welchem System, welcher Tag und welche Uhrzeit ist und ob alle Handlungsstränge wirklich zeitgleich stattfinden. Da springt es dann schon mal ein wenig hin und her, obwohl wir im letzten Band schon ein Stück weiter waren, als dieser anfängt. Zerstört den Handlungsverlauf jetzt aber nicht. Wir wechseln eben die Point of Views, um alle Entscheidungen im Gesamtzusammenhang betrachten zu können. 
 
"Sie glauben, es handelt sich um einen Honigtopf."
Was übrigens mit der IL HYPERION geht, kann man auch mit dem ganzen Verband machen. Was ich meine? Na klar, die Vorahnung, dass mehr als ein Schiff sicher noch schönere Ziele abgeben als ein einzelnes, zum drauf ballern. Außerdem passiert auch so einiges in der Solaren Republik, was Schlimmes erahnen lässt. Aber wenigstens geht auch mal einer derjenigen drauf, die wir eh nicht leiden können. Wie das aber so ist, wenn schon mal gestorben wird, trifft es immer diejenigen mit, denen wir nichts Böses wünschen, weil sie einfach schon zu viel Mist erlebt haben.

Zudem gibt es dann noch so neue Charaktere wie: Kendra, die ich spontan nicht leiden kann. Und dabei dachte ich es gäbe doch schon genug Idioten, die sich Cross und unserer Lieblingscrew in den Weg stellen. Sjöberg und sein Marionettentheater sind ja neben den Ash’Gul’Kon und Mother Coss nicht die einzigen, die man hier ständig im Auge behalten muss. Was aber auch schwierig ist, da die Aliens sich in diesem Band sehr still verhalten. Verflucht aber auch.
Schön ausgestaltet sind dann die Übergänge in dem kleinen retardierenden Moment, in dem wir mit Wonne uns CARA anschließen und mal Mäuschen an Deck des Schiffs spielen und dabei so einige interessante Einblicke erhalten. Von Noriko und Guilia, Task und Larik, Petrova und Tauser, HoloTess und Alpha, Sarah und Lukas.

 

Fazit: 
Ich kann mich an dieser Stelle nur immer wiederholen: Nicht quer einsteigen. Man verpasst schlichtweg zu viel. Obwohl es immer nur wohldosierte 120Seiten „Häppchen“ sind. Für diesen Band hatte ich auch leider keine Feuerzeuge mehr zum in den Garten pfeffern. Habe mir aber mittlerweile einen neuen Vorrat angelegt, mittlerweile weiss ich bei Heliosphere einfach, dass ich sie brauchen werde. 
 
Mitnehmen sollte man auch die Bonusszenen auf der Homepage zu diesem Band und jetzt möglichst schnell weiterlesen in „... In das Licht“. Das hält doch keiner aus! Nebenbei kann man sich auch ab jetzt mit dem Spin-Off beschäftigen. Und sobald ich kann, werde ich die ersten 3 Teile desselben einschieben.

Urteil: Das kann doch nicht wahr sein.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/04/rezension-heliosphere-2265-aus-dem.html

Schnabeltier

Gefährliche Lügen: Erbe der Sieben Wüsten IV - Helen B. Kraft
"Die Linie seines Kiefers wurde noch steiler,
falls das überhaupt möglich war."(S.360)
Was macht man, wenn man einfach keine Zeit findet, mehrere Bücher nachzuholen? In Keys Fall: Einfach quer einsteigen. Geht nicht überall, vielleicht habt ihr mitbekommen, dass mir das manchmal versehentlich passiert. Diesmal ganz bewusst, ich hatte schon seit langem das Gefühl, dass die ‚Bestien‘ von Helen B. Kraft meinen Geschmack treffen könnten. Und jetzt endlich mal in Angriff genommen. Zum Leidwesen einer anderen Serie und ein paar anderen Dingen (direkte Konkurrenz ist zB das Zocken von ‚Horizon Zero Dawn‘). Immer diese Entscheidungen! Bereut hat sie es nicht. Zeit mit dem Kobold Calliou und dessen menschlicher Gestalt: Cal zu verbringen, war es wert. Wäre der als Mensch nicht so ein Adonis, sondern hätte eher wirklich markante Züge, dann wäre der Mann over all top gut gelungen. Aber niemand hindert mich daran, mir den Mann vorzustellen, den ich will. Und das ist in dem Fall eher ein: Desmond Harrington. Und er ist grün. Punkt.

Wer die Serie noch nicht kennt, niemand hindert euch daran vorn anzufangen, chronologisch richtig, damit alle Charaktere und Hintergründe bekannt sind. Letztlich aber könnt ihr sicher auch mit Teil 3 anfangen, der inhaltlich in direkter Beziehung zu Teil 4 steht. Oder so wie ich machen: Irgendwo mitten rein. Manchmal lohnt sich das, weil man beim Lesen schon merkt: Alles klar, den Rest will ich jetzt auch. Ob mit oder ohne grüne Männer. Hauptsache mit Säbelzähnen, Hörnern und schrägen Kopfbedeckungen.



"Mundwasser kaufen, nur für den Fall."(S.133)
Was vorher geschah, lasse ich an dieser Stelle auch einfach weg. Ich weiss nur, dass zB Figuren auftauchen die es schon mal gab. Ich hoffe ich komme im Laufe des Jahres dazu die anderen Bände nachzuholen. Ich stelle euch direkt mal das Aussehen des Buches vor, denn wir hangeln uns brav an Prolog, Kapiteln mit sehr guten Zitaten und Epilog entlang. Diese Zitate weisen eine Besonderheit auf, normalerweise finde ich so was nämlich nicht so spannend. In diesem Fall jedoch sind es selanische Sprichworte oder Aussagen aus Reden früherer Charaktere (zB Cruth). Daher macht es umso mehr Vergnügen sie zu lesen. Der Prolog an sich ist dann an Grausamkeit kaum zu überbieten und lässt einen erst Mal richtig übel geschockt zurück. Schade ist dann, dass wir ein paar Zeitsprünge ausführen, um Nayas Kindheit und Jugend zu überspringen.

Wir landen schließlich in einem Flugzeug, einige Tage vor Nayas Geburtstag. Und nicht irgendein Geburtstag, sondern der mit dem sie zu den Erwachsenen zählen wird. Das ist für Bestieneltern eine ganz besondere Sache. Währenddessen ist Calliou in seinem Leben vollkommen aufgegangen, hat einen Job der ihm gut steht und viel Verantwortung, darüber hinaus ein Faible für die Prinzessin von Sela. Völlig untergegangen ist leider seine Freundschaft zu Daerog, die man nur ganz kurz zu sehen bekommen hat. Leider muss man sich hier auf das Wichtigste beschränken und das sind dies Mal die Kobolde. Und die Erbsen sind einfach nur toll. Leider stirbt immer einer aus ihren Reihen, wenn ein Kobold lügt und momentan scheint da einer echt Gefallen am Lügen gefunden zu haben. Cal soll das gefälligst aufklären. Obwohl er stattdessen viel lieber mit Naya flirten würde, die aber für ihn nicht mehr als das ‚Wir-kannten-uns-als-Kinder-Friend-Zone‘-Gefühl übrig hat.


"Wenn der Gefährte der Königin sich prügeln wollte,
würde keiner der Soldaten eingreifen
.
"(S.94)
Weiter geht es dann vor allem mit Pfirsich und Schokoladendüften, Schattenboxen, verschwundenen Bestien aus aller Herren Länder (Japan, Ukraine etc), einem hochkarätigen Streit zwischen der Königin Natalya und ihrem General Daemyan. Es geht um ein nicht unwichtiges Schnabeltierstofftier, gedungene Auftragskiller die einen Assassinen versuchen zu jagen, um den Tempel mit den Silberlichtfaltern, natürlich auch um Krieg. Andauernd hat hier irgendwer einen Kloss oder gleich Brocken im Hals. Die Kämpfe sind voller Blut, Schweiß und Urin. Das Ausweiden der Menschen, wie Nutzvieh, zum Erhalt der Gesundheit darf nicht fehlen und dann taucht auch noch so ein kreuzkomisches Kind auf, welches kryptische Anmerkungen hinterlässt.

Das Buch bietet eine abgeschlossene Haupthandlung, in der sich viele Rädchen drehen, belässt es am Ende kaum mit offenen Fragen, sondern mit einem Brief und einer Phiole. Darüber liegt das demonstrativ männlich dominante Gehabe von Alpha-Rüden. Während Naya als gefährliche Bestie eher wie ein verwöhntes Prinzesschen und Daddys Liebling rüberkommt, gewinnt sie ihre Stärke erst gen Ende. Cal ist jedoch das ganze Buch über konstant, findet nur endlich den Knopf, um seinen Kobold zu stehen.

 

Fazit: 
Dieses Buch kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist für Erwachsene geschrieben, Blut, Schweiß, Brutalität, Sex (wahlweise auch miteinander) sind vorhanden und wem das nicht liegt, der wird hiermit nicht glücklich. Ansonsten gilt: Helen B. Krafts ‚Bestien‘ sind die deutsche Antwort auf G.A.Aiken und Nalini Singh. Wir haben ein tolles Königshaus, mit wunderbaren Charakteren gefüllt, die alle ihre eigene Geschichte erzählen wollen. Wir haben Magie und Gestaltwandlung, Teleportation und animalisches Gehabe und Gezicke. Ich mag es sehr. Ich mag auch die Runen auf den Körpern und Cruth noch eins, ich kann auch ab und an mit dem Wort ‚Schwanz‘ leben.

Was ich nicht so toll fand ist eben, die Freundschaft zu Daerog kam mir zu kurz, hinten raus stolpert es noch mal über Fallen und Existenzebenen und mehrere Kinder. Und dann eben ganz zum Schluß: … (sag ich hier nicht.) Dennoch bleibt der Stil mit einem Wort: süffisant. Bei aller Dramatik, Spannung, Kampfszenen, Aktion und Blutspritzigkeit findet eben auch Humor statt. Der sich oft subtil äußert, da man Charaktereigenschaften belächelt oder eben Handlungen grinsend benickt, weil man sich denkt: Ja, so typisch Bestie/ Kobold/ Mensch.


Gelungen
 
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/03/rezension-gefahrliche-lugen-erben-der.html

Space dich!

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten - Becky Chambers, Karin Will
"Socken zu dem Hut." S.73
„Danke Berglaug.“ Das rät die Danksagung des Buches, soll man sagen, wenn man mit der Lektüre zufrieden war. Was ich bestätigen kann, war ich. Allerdings vermisse ich ein wenig den Weg, das klein, das zornig, den Planeten in „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“.
Daher erst einmal der Hinweis: Dieses Buch hat einen wirklich beeindruckenden Titel, beim Munchkin-Spiel würde das echt was hermachen. Warum das Buch am Ende gut war, aber auch nicht herausragend, werde ich - nach einer kurzen Einleitung - erläutern.

Gekauft habe ich das Buch in einem Anflug von Spontanität, begünstigt durch eine absolut lustige Gruppe mit der ich auf Lovelybooks ab und an Werwolf spiele. Und da ein paar dieser lustigen User kaum erwarten können zu erfahren, wie ich dieses Buch denn nun finde, ziehe ich die Rezi gern vor, obwohl ich heute eher eine posten wollte, in der es um Valentin oder Romanzen geht. Da ich keinen Valentin habe und auch eher selten Romance lese, gibt es nun aber dies hier. Dafür habe ich mich in die Reptilienrasse der „Aandrisks“ verliebt und in deren „Tresh“ (das heißt Spaß oder auch Orgie, meistens beides.)
 
"Felsbrocken. Gaswolken. Abfälle.
Andere Schiffe. Noch mehr Felsbrocken.
Der Vorrat an Felsbrocken im Weltall war schier endlos." S.335
Ich hangele mich mal an ein paar Worten entlang, die ihr nicht kennt, unter denen ihr euch aber sicher was vorstellen könnt. Denn für einen Science Fiction typisch befinden wir uns im Weltall, in einem Schiff, getrennt vom Luftleeren Raum (der ja eher ungesund ist) durch dicke Wände, auf die gerne mal ein paar Steinchen prasseln. Da trudeln im Weltall nämlich eine ganze Menge von rum - also Steine, na gut und auch Schiffe in diesem Buch. Gute Nachricht vorneweg: Es gibt Aliens. Die Menschen sind allerdings erst echt spät zu der „GU“ gestoßen, Menschen musste man erst „eine Krücke“ an die Hand geben, sonst hätten die sich nie zurecht gefunden. Und da freuen sich die Menschen in dem Buch auch wirklich drüber, dass sie doch was wert sind, in den Augen der anderen Rassen.

So *Finger ineinander verschränk und knackend durchdrück*. Egal ob also in einem der Zimmer auf dem Tunnel-Bohrer-Schiff WAYFARER, oder dem „Goldfischglas“ oder im Maschinenraum, das klobige Ding ist mal eins nicht: Kein Abklatsch der Serenity aus Firefly: juche - davon hatten wir jetzt auch genug. Also keine Military SF, keine Schmuggler, keine Piraten, keine Frachter - sondern ein Arbeitsschiff. Freut mich, macht es so herrlich griffig, Löcher für Schnelltunnel in die Raum/Zeit bohren, voll cool. Das physikalische Einstein Know How lassen wir dabei gekonnt liegen, ist doch egal wie das funktioniert. Du brauchst einen Bohrer und einen Alien-Virus-Wir-Paar-Navigator. Gemütlich ist es aber schon auf dem Schiff.


"Komm schon, so schlimm ist das doch nicht!",
zirpte die Pixel-Pflanze.
"Nimm dich mal selbst in den Arm.
" S.206
Die Crew besteht aus echt vielen Leuten. Captain: Ashby, Pilotin: Sissix, Navigatoren: Ohan, Mechtech: Kizzy, Comptech: Jenks, Algenfuzzy: Corbin, (geht noch weiter Moment) Koch und Arzt: Dr.Koch (ja da kann ich auch nicht für, der heißt so wie was er ist), die Schiffs K.I.: Lovey und (ja wir sind immer noch bei der Crew!) finally intergalaktische Sekretärin: Rosemary (ohne Baby). Und dann kommen noch die Nebendarsteller hinzu, aber die erspare ich euch an dieser Stelle. „Tagzehnte“ lang fliegen die jetzt durch die Gegend und erfüllen ihre Aufträge und stoßen gar heftig mal mit Käfig, mal blind, in das All vor und bohren was das Zeug hält. Genau zwei Mal in dem Buch. Schade. Aber die Crew raucht eh lieber „Smash“, beschwert sich über die „Dental-Bots“ und trinkt „Mek“ beim „Tikkit“-Spiel.

Bis zu dem Tag an dem Ashby Rosemary einstellt, denn der Captain hat es nicht so mit Bürokram. Durch eben jene Einstellung aber hat er nun irgendwie ein Stein im Brett bei der Regierung, die total kosmopolitisch auf Wombats abfährt. *schüttelt den „Scribus“* Ah, - voll auf die Richtlinien abfährt. Und deswegen kriegt die WAYFARER ein Bombenangebot. So und nachdem dann sicher gestellt ist, dass der Leser auch ja weiss mit welchen Charakteren er es zu tun hat, welche Hintergründe jeder einzelne hat und wie sie zueinander stehen, kann dann diese lange Reise auch endlich mal losgehen. Für die
Spacer winken dick Credits für die man sich bestimmt ganz viele „Krampfklammern“, „Saatgut“ und „Klatschlappen“ kaufen kann.
 

Fazit: 
Das Buch kann Charaktere und diese so miteinander verbandeln, dass es am Ende ein komplexes Sozialgefüge ergibt, man hat als Leser alle lieb gewonnen und möchte niemanden missen. Die Crew bestand schon, eine neue Person kommt hinzu, doch wird problemlos in die gemischtrassige Einheit integriert. Der Leser erfährt viele vernünftige Überlegungen, wenig Aktion. Man besucht ein paar Orte, die meiste Zeit ist man aber mit sich selbst als familiäre (Feder-Familie nicht Nest-Familie und schon gar keine Ei-Familie) Gruppe auf Langzeitflügen beschäftigt. Gut, dass man gegen den Raumkoller Videospiele und den kleinen galaktischen Garten zur Verfügung hat und wenn das nicht hilft, putzt man das Schiff eben auf Hochglanz.

Sehr freundlich und friedlich dieser Universumsentwurf, obwohl es viel Reibereien, Ächtung, Geringschätzung, Sekten, Faschisten, Speziesisten (also statt Sexisten - aber die bestimmt auch) und Krieg gibt. Aber das ist alles außerhalb, weit entfernt von dem Geschehen der Charaktere, immer nur tangiert, manchmal mit ein wenig Einfluss auf Einzelne. Dieser lange Weg ist letztlich zu finden zwischen Seite 200 und 400 und der Aufenthalt dort war ein Witz. Aber um den ging es ja auch nicht, es ging ja um den Weg dahin, die Vorbereitung auf diese Fahrt inbegriffen. Nach den 500 Seiten hat man endlich das Gefühl: Jetzt könnte es losgehen, dabei ist der ganze Weg schon vorbei, nachdem man zu viel Charakter, zu wenig Weg hatte. Lohnt sich der Weg? Der Weg war schön, übersprang aber die falschen Stellen, legte zu viel Fokus auf die Hintergrundkonflikte der Besatzung und vergaß dabei das kleine süße Lavabällchen.


Urteil: ich, du, er sie und ser, wir, ihr und sie sowie sir.
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/02/rezension-der-lange-weg-zu-einem.html

Po-Phos

Heliosphere 2265 - Band 29: Projekt NORTHSTAR (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Haben Sie gerade gezuckt?"
Gezuckt, jawohl, Sir. Habe ich, mein Augenlid hat heute 'nen ziemlichen Tic. Woher der wohl kommt? Vielleicht davon, weil ich mich manchmal an einem Heliosphere-Band mit seinen 120 Seiten länger aufhalten kann, als an einem 500 Seiter. Und wenn das dann auch noch immer mit so lustigen Kommentaren wie in unseren Nachzügler-LeseRunden einhergeht, ja, dann können schon mal Augenlider zucken. Besonders wenn der Band dann zu Ende geht und man genau weiss, dass als nächstes die Zyklus-Kracher-Halbzeit bevorsteht. Also gar nicht mehr lange aufgehalten und lieber gleich weiter lesen. Denn das Spin-Off ist auch in greifbarer Nähe.

Die Frage in diesem Teil richtet sich aber, so viel möchte ich verraten, nach den Bärten. Jawohl, es geht um den Bart. „Denn nur hart reimt sich auf Bart. Zart reimt sich auf glatt rasiert.“ (Poetry Slam - Patrick Salmen - rostkupferbraunbronze) Sjöberg trägt einen Bart und er hat gewiss nur deshalb so viel Macht im Universum, weil er einen trägt, das macht nämlich männlich und reif und hart und … sorgt dafür, dass Alpha auch mal einen wollte, als er noch ein Kind (äh, ein Klonfrischling) gewesen war. Er hielt das für vertrauenerweckend. Und noch ein dritter im Bunde lässt uns über einen Nebensatz wissen, dass er sich neuerdings das Rasieren schenkt. Ihr seht also, Bart ist wirklich SEHR wichtig, auch in 2268.
"Ihr seid ein verdammter Kindergarten."
- "Ja Sir!"
Außerdem wichtig: Po-Phos. Das ist die einzig wahre Abkürzung für „Polymer-Photolumineszenzstreifen“ - keiner weiss was es ist, aber es ist irgendein Sci-Fi Kram und man kann sie auch hervorragend zweckentfremden zum damit herumtüddeln wie ein Cheerleader. Das ist zwar nicht der Zweck der Streifen, aber das haben wir so in der LeseRunde beschlossen und bisschen Spaß muss sein. Wir „kööönnen“ ja nicht alle so naiv-kindlich drein schauen wie Alpha und alle Nase lang auf Trigger-Wort-Zuruf in Ohnmacht fallen. Wir Leser sind schließlich alles andere als ‚verändert‘. Wir sind echt, keine Holo-Ausgaben unserer Selbst, wir haben keine bioneuronale Tattoos, keine Mini-Maschinen in unseren Körpern, keine Killchips implantiert, keine DNA Veränderungen. Wir altern auch ganz normal und wir springen gewiss nicht durch Tachyonentunnel oder werden gar lebende Gefäße für solche dehnende Zeitannomalien.

Da fällt es einem doch gleich einfacher der Handlung zu folgen. Mit dem neu gegründeten Verband (denn Captain Crossi ist ja befördert worden) folgen wir Michalews nett gemeintem Rat und suchen den Titelgebenden Ort auf. Wir als Leser sind uns jedoch darüber im Klaren, dass man manchen Leuten einfach keinen Glauben schenken darf. Und es hilft auch nicht, den Autor austricksen zu wollen. Dieser macht fröhlich weiter und schickt die IL HYPERION und ihre angeschlossenen Verbandsschiffe weiterhin auf Missionen, bei denen immer irgendwas zerbombt wird.


"Ich hasse Logik."
Sehr schön fand ich in diesem Teil ja Isam Ortega, weil ich den alten Haudegen so richtig gern habe. Leider kann der auch eine ganz schön beleidigte Schnute ziehen und es bleibt abzuwarten, wie loyal er wirklich ist. Auch sehr schön ist Lu, weil einem die Hundealiens wirklich langsam schon gefehlt haben. Apropos gefehlt, ich vermisse Aury. Dafür kommt aber endlich Alpha wieder. Wen ich so gar nicht vermisse sind Figuren aus den Rückblenden. Diese (die Rückblenden, nicht die Figuren) sind zwar ganz schön, weil sie einzelne Charaktere näher bringen, jedoch springen wir in diesem Band deshalb auch ganz gern mal hin und her und sympathisch, seien wir ehrlich, war uns diese Tante eh nicht.

Zwischen JET Schiffen, Holo-Decks, Nanojammern und menschlichem Erbgut, vergessen wir mal für eine kleine Weile die Bedrohung der Ash’Gul’Kon. Stattdessen buddeln wir ein wenig in der Vergangenheit und freuen uns über den dicken Knall am Ende des 29. Teils. Der auch echt langsam Zeit wurde. Dazu gibt’s seit einigen Folgen ein bisschen Bonusmaterial in Form von kurzen Einzelszenen, die das ganze abrunden und die man auf jeden Fall mitnehmen sollte.

 

Fazit: 
Bitte nicht quer einsteigen. In dem Fall macht das bestimmt keinen Spaß. Es fehlt einfach zu viel. Fangt vorne an, genießt es, dass schon 40 Teile veröffentlicht sind. Sowohl als Ebook, als auch teilweise als HC und Hörspiel. Die Charaktere hauen sich ganz gern Sprüche um die Ohren, der verbaute Humor kann aber auch gelegentlich mal aus dem Stealth auftauchen. Über allem liegt eine universelle Bedrohung, gegen die man entsprechende Gegenmaßnahmen versucht zu finden. Die Lösungswege laufen parallel, die Menschen machen das was sie am besten können, sich gegenseitig in die Parade fahren. Mit der Serie kann man wirklich nicht viel falsch machen.

Diesen Band mochte ich, bestimmt mehr als den ein oder anderen, bestimmt nicht so sehr wie diesen oder jenen. Wisst ihr, wie unglaublich schwer es ist auf einer Skala von 1-5 die verschiedenen Teile der fortlaufenden Serie zu benoten? Weil die Teile alle ineinander greifen und aufeinander aufbauen. Überall sind wichtige Hinweise verstreut, Auslassen oder Überspringen ist nicht. Es ist gut so wie es ist, als Teil eines Ganzen. Im dem Sinn: hinsetzen und weiterlesen.

(Und ja, ich habe für die letzten drei Teile keine Rezi geschrieben, ich kam Ende letztes Jahr einfach nicht mehr dazu. Sorry.)

Urteil: Ich ‚zähle dann mal hüpfende Parliden‘

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/02/rezension-heliosphere-2265-projekt.html

Skandalös

Lasst uns schweigen wie ein Grab - Maximilian Meinzold, Eva Plorin, Julie Berry
"Und dürfte ich um etwas weniger Tohuwabohu bitten?" S.29
 Vor 1900 hatten es Frauen und solche die es erst noch werden wollten, nicht leicht. Kein Wunder: Frauenwahlrecht, Suffragetten und all diese schönen Errungenschaften, die dann schlussendlich zum Frauenparkplatz und der Frauenquote in Führungspositionen führten, davon können die sieben skandalösen Schwestern im Pensionat Saint Etheldreda nur träumen. Ihre Welt beschränkt sich auf: Französisch, Latein, Mathematik (immerhin!), Geschichte, Tanzen, Singen, Musizieren, (OT: Zombies killen), Etikette, Kochen, Gartenarbeit. Warum dieses feine Büchlein dennoch den Begriff Emanzipation exerziert, will ich euch gern verraten, wenn ihr wagemutig genug seid.

Machen wir also einen Ausflug nach England, in ein hübsches kleines Städtchen, direkt ins Speisezimmer des Internats an den Esstisch, an einem Sonntagabend. Zu Gast begrüßen wir Aldous, den Bruder unserer Internatsleiterin, ihres Zeichens Witwe (mit einem Faible für Seemänner). Und diese Szene können wir dann auch schon gleich wieder vergessen, die beiden sind nämlich zwei Sätze später Wurmfutter. (Das mit den Würmern ist später noch mal wichtig.)
So weit alles nicht neu, das steht im Klappentext. Auch der Kirschbaum findet dort schon Erwähnung, weshalb ich mich dann den interessanteren Details widmen werde, möglichst ohne zu spoilern.
 
"Eine dünne Mondsichel spitzte durch die Wolkendecke."S.52
Was haben Shakespeare, Sir Arthur Conan Doyle, Victor Hugo und Lewis Carroll gemeinsam? Sie werden in diesem Buch, von den Mädchen, genannt und sogar zitiert. Unsere sieben Gören (die jüngste 12 Jahre alt) sind nämlich allesamt aus einigermaßen gutem Elternhaus (nicht so gut um auf eine der anderen, noch viel tolleren Schulen gehen zu können, aber immerhin betucht genug, um in diese Einrichtung abgeschoben worden zu sein). Sie sind sogar recht klug, manierlich, talentiert und ansehnlich - größtenteils - nicht zwangsläufig gleichzeitig. Und deswegen wäre mein erstes Manko: Schade, dass auf dem Cover nur Platz für fünf von den Sieben war. Denn jedes der Mädchen, mitsamt charakteristischem Beinamen, wird gebraucht in der sich aufbauenden Scharade, auch wenn der Fojus auf Kitty Schlau liegt.

Die Aufgaben müssen verteilt, die Zugehfrau entlassen, die nahen Bekannten getäuscht, die aufstrebenden Bobbys ausgetrickst, Schmiere gestanden werden. Nebenbei muss der Haushalt gemacht, die Buchhaltung aktualisiert, Geld herbeigeschafft, eine Tischdecke mit Erdbeeren bestickt, ein paar junge Gentleman und Beaus angeflirtet, Nestlé Schokolade gefuttert, ein Pony gestreichelt werden - ja, wie unwichtig das doch alles klingt, wenn man weiß, dass es zwei Leichen zu beseitigen gibt! An deren Ableben die Mädchen übrigens unschuldig sind (können Leichen ableben - wohl eher nicht. Aber ihr wisst was ich meine).


"Tis not fine feathers make fine birds." S.150
Und darum geht es wirklich: die leichen wegschaffen, um bloß nicht nach Hause zu müssen (oder in ein anderes Internat). Sie wollen zusammenbleiben, sie sind Freunde, Familie. Sie ärgern sich, verdächtigen sich, treten sich auf die Füße und schimpfen - doch sie stehen als eine Frau hinter ihrer Entscheidung. Mrs Plackett muss weiter existieren, um den Anschein aufrecht zu erhalten, alles andere muss im Lügengespinst Bestand haben. Und ganz nebenbei muss auch noch das Rätsel um den Ebenholzelefanten gelöst und der Mörder gefunden werden. Zu diesem Zweck gibt es ein Notizbüchlein, in dem alle Spuren festgehalten werden.

Julie Berry gibt dem Leser dabei sämtliche Informationen an die Hand und überlässt es nicht dem Zufall, auf die Lösung zuzusteuern, ganz ohne Hirnverdreher. Damit will ich nicht sagen, es sei geradlinig. Das Buch ist spannend genug, dass ich es an einem Tag runterlesen kann, flüssig - süffig wie die Bowle. Von der man aber lieber nicht zu viel genießen sollte, es sei denn man möchte als Dame im Korsett Zustände kriegen. Ein bisschen Anbandelei und Tändelei gibt es auch. Wobei wahrscheinlich ein zaghafter Handkuss und ein wirklich böser, wirklich aufdringlicher Wangenkuss in der Zeit skandalös sind! Pfui Mädchen!


Fazit: 
Es gibt Punktabzug für’s Ende. Ich hätte den jungen Damen schlichtweg etwas anderes gewünscht, auch für die dargestellte Zeit. Ja, ich könnte mir eine ganze Serie vorstellen, die Mädchen in dem riesigen Haus, führen es weiter, müssen sich immer wieder Schnüfflern erwehren, um die Ecke denken, verplappern sich und kriegen die Kurve wieder. Nennt mich komisch, aber das Buch hatte nur in einer Hinsicht schwarzen Humor und das war der verbrannte Pudding. Wobei Elinor Düster mir zusammen mit Alice Robust am besten gefallen haben. Da wäre mehr drin gewesen, hätte man nicht alles aufgelöst und so viele verschiedene …

Ein schönes Buch, das viel richtig macht. Mit ein paar schönen Seitenhieben auf und gegen die Männlichkeit. Mit schönen Hinwendungen an romantische Piratenromane. Mit Hundewelpen, einem Pfau und einem Hahn.
Und das von mir über einen Krimi.
Daher mein Urteil in Preußischblau:
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2017/01/rezension-lasst-uns-schweigen-wie-ein.html
Spoileralarm

intergalaktischer Glückskeks

Heliosphere 2265 - Band 25: Die alte Macht (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Wir tun das, was wir immer tun."
Und was ist das?
Für jeden einen Lesekatzen-Gummipunkt, der jetzt denkt: Rezensionen schreiben. Für jeden Zwei, der denkt: Ah, Heliosphere, Key liest weiterhin die Teile von vor einem Jahr in den LeseRunden auf Lovelybooks. Einen dritten Gummipunkt, für diejenigen unter euch, die sagen: Die IL HYPERION ist mal wieder zusammen geschossen worden.
Wir befinden uns mit eben diesem Schiff im TrES 2 System - das kann man suchmaschinen und findet die Kreativität der Namensgebung der NASA in Bezug auf 750Lichtjahre entfernte Exoplaneten. *Fähnchen schwenk

Schon im letzten Teil waren wir dort, zusammen mit all den anderen, die zum Möbiusband aufgebrochen waren um Richard Meridians Jahrhundertplan und seine Kuckuckseier aufzuhalten. Jetzt sind wir schon durch so viele Abenteuer geschifft, haben Raum und Zeit hin und zurück durchquert und wofür das alles? Um jetzt den nächsten Zyklus zu starten. Das Außenteam, bestehend aus Jayden, Lukas, Giulia und Sarah steckt in Schwierigkeiten. Die Schleife steht kurz vorm Explodieren, doch die Interferenzen verhindern das Bernsteinfunkeln um die Crew da raus zu holen.


"Die Zähne zusammenbeißen und irgendwie überleben."
Mich machen die Überlegungen an diverse Zeitverschiebeparadoxen wirr. Da kommen jetzt 328 Sporenschiffe angeschossen und sind wie aus dem Winterschlaf erwacht, da sie, trotz aller Zeitsprünge bisher in ihrer Gefängnisblase kaum Zeitverlust hatten und was findet die Chefingenieurin heraus? Richtig, dass die blöden Aliens jetzt Monate Zeit haben aufzurüsten und sich auf die neue Situation einzustellen, während in der Echtzeit nur Stunden vergehen. Stunden in denen die Assassinenschiffe Führungslos um sich ballern. Die Piraten Reißaus nehmen, Noriko um jeden Preis ihr Außenteam wieder zurückholen will und die EMPIRE ihren an akuter Blutarmut leidenden Imperator ebenfalls wiederbeschaffen will.

Ob sich das zeitlich ausgeht? Eher nicht. Denn wenn etwas schief geht, dann so richtig. Man könnte sagen, dem Wunderheld Cross geht Fortuna fremd. Was, wie später festgestellt, anscheinend an all den Technikern liegt, die dem Aberglauben aufsitzen, sollte man einmal an Bord der legendären HYPERION gearbeitet haben, hätte man sich ein Stück vom intergalaktischen Glückskeks abgebrochen. Auch Sjöberg und seine ge-sjöberg-ten Marionetten haben mehr Happy End als ihnen zusteht und das obwohl Jay die EMPIRE noch mal ordentlich ärgert und ihnen auf der Nase herum tanzt. Sein letzter Harakiri-Move, bevor wir die Szenen wechseln und zurück auf den '18Loch Golfplatz' der Republik rund um Pearl kehren.


"Unter Eingeweihten nennen wir das die Cross-Krankheit."
Kopfschmerzen sind vorprogrammiert, zur DNA gibt es RNA und CARA hat Bücher geschrieben. Nein, also nicht die künstliche Intelligenz selbst, sie hat nur aus ihrem Speicher ihrer Raum/Zeit repliziert. Erstaunlicherweise mit dem lustigen Detail, dass es nun zweierlei Versionen von gestandener Literatur im Kanon gibt. Janis' Haare sind nass, die Techniker mögen auch in 2265 Techno-Mukke und abgesehen von der erstaunlichen Entwicklung der 'Neo-Marines' mit Riechzungen ist die Zukunft nicht so sehr weiter entwickelt wie man denken mag. Wenn ich eine Chance sehe die frei gelassenen Ash'Gul'Kon aufzuhalten, dann damit, den wuchtigen Hammer der Bürokratie einzusetzen.

Ihr glaubt ich scherze? Au contraire, unsere moderne Gesellschaft mit ihren Kopien, Durchschlägen und Paragraphen, mit ihren Formfehlern und Widerspruchsfristen, ihren 'Verschlimmbesserungen' und dem Haushalts Etat hat da einiges zu bieten, was denen schon noch die Gemütlichkeit austreiben wird.
Man stelle sich nur einmal vor, sie müssten eine Steuererklärung abgeben - die Nachzahlung für all die Zeit wird horend.
 

Fazit: 
Spaß beiseite, Spoiler kommt raus, ihr seid enttarnt und da hilft euch auch die Stealth-Technologie nicht mehr. Es ist und bleibt schwer Rezensionen zu laufenden Serien zu verfassen. Darüber hinaus bleiben die Bände in gewohnter Kürze bestehen. So kann man sie schnell lesen und auf den nächsten Band harren. Doch mitunter birgt es die Gefahr immer etwas zu sagen, was schon zu viel sein könnte. 

Ich würde ohnehin nicht empfehlen quer einzusteigen. Lieber bei Teil1 anzufangen. Mittlerweile gibt es ja genügend Auswahl: Ebooks in einem Rutsch, die HCs (mit immer 3zusammengefassten Teilen) oder die qualitativen Hörspiele. Tatsächlich fange ich langsam an, nach einem Heliosphere-Wiki zu schreien, Elena zum Beispiel hätte gern das Glossar wieder (LR-LB) und wenn wir schon dabei sind, darf es auch gern mittlerweile ein Personen-/ Orteverzeichnis geben.
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/10/rezension-heliosphere-2265-die-alte.html

Über Pläne und Unterwäsche

Das Erbe der Macht - Band 1: Aurafeuer (Urban Fantasy) - Andreas Suchanek, Nicole Böhm, Greenlight Press
"Das Schicksal antwortete."
Willkommen zur neuen Urban Fantasy Reihe aus den zweifellos glühenden Fingern des Autors Suchanek. Ich lese bisher seine noch laufende SF-Serie: Heliosphere. Doch auch hier, macht er sich ganz gut. Ihr habt den Einstiegszeitpunkt verpasst? Kein Problem, schon Ende diesen Monats gibt es den zweiten Teil. Bei der Kategorisierung: Urban Fantasy, denke ich immer an Folgendes: Unsere Welt, unsere Zeit und dann irgendein Schmankerl obendrauf, was es in Echt nicht gibt. Hier sind es Farben. Ja gut, nee Farben haben wir ja auch so. Also sagen wir: Farbmagie. Es geht so ein wenig um Auren und geheime Symbole (Sigil) die man nur selbst kennt und um Essenzen.

Eben eine solche grüne Magie überfällt den Protagonisten Alex auf dem Nachhauseweg, im nicht so beschaulichen Teil Londons. In seiner nächsten Szene ist der End Zwanziger dann hinter seiner Coolness und seinem Aufreißer-Gehabe versteckt und wird zum Ziel des Appetites eines Hutzelweibes. Wie auch immer diese nach England kam. Die ganze Eskapade fängt nun damit an, dass er erst mal fachmännisch magisch geblitzdingst wird. Pech für Alex, gut für die Leser, die ab da live mitverfolgen können, wie es ist zwischen lauter Lichtkämpfern aufzuwachen und seine 'neugeborenen' Schritte zu unternehmen. Allen voran das Kennenlernen der neuen Fähigkeiten, dem Bestimmen seiner eigenen Farbe; der Umgebung und natürlich der neuen 'Klassenkameraden'.
 

"Farben wurden zu Gerüchen,
Gerüche zu einer Tonfolge."
Widmen wir uns mal bisschen den Bausteinen. Der Autor verfährt in der 'Er'Perspektive und in der Vergangenheitsform, nutzt Kapitelziffern sowie kurze Titel, wendet sogar einen Prolog, aber keinen Epilog an. Wir bewegen uns szenisch voran, mit Erinnerungen, außerdem wechseln wir die Perspektiven der einzelnen Teammitglieder, Gegenspieler und Ratsmitglieder. Das zusammen lässt sich hervorragend gut konsumieren als Leser. Ich persönlich hab' allerdings immer son bisschen zu kämpfen mit seiner Anwendung von Prologen. Aber wenn das nun wirklich das einzige Problem ist, was ich mit seiner Schreibe habe, fällt das nicht weiter ins Gewicht.

Für den ersten Teil haben wir allerdings wirklich viel geboten bekommen. Viele Charaktere, immerhin geht es um ein Team innerhalb einer ganzen Lichtkämpfer-Armee und dann ist da noch deren Hauptquartier: das Castillo, mit all jenen die noch dazugehören, von den Portalmagiern, über die Lehrkräfte, die Heiler, den China Imbiss Außenposten, bis hin zu anderen Teams die da auch noch rumlaufen dürften, für die aber kein Platz mehr ist. Gut, dass es ein Glossar gibt. Denn auch die Gegner wollen sich kurz zu Wort melden und dann sind da auch noch zahlreiche Nebenfiguren die die Hintergründe der Personen ein wenig anleuchten. Aber wirklich nur punktuell, denn dazwischen findet ja auch noch verdammt viel Handlung statt, wir können ja in der Pilotfolge nicht einfach nur dem Neuerweckten dabei zusehen, wie er sich heimisch einrichtet.


"Ich habe einen Plan, in einem Plan, in einem Plan."
Natürlich hat das Böse einen Plan, natürlich hat der Autor ebensolchen. Und wahrscheinlich wird man in Teil 12 (wahlweise einhundertsechundsechzig) mit der Hand vor die Stirn klatschen, weil das ja schon von Anfang an alles da war - äh gewesen sein wird. Noch aber, lässt einen der Teil mit viel Neuem zurück, dass man dankbar über Handys, Kaugummiblasen und Energydrinks ist, die man einwandfrei zuordnen kann.
Suchgloben, Onxy Quader, Magiewall, Kristallfeuer, Zaubersprüche, Essenzstäbe, Folianten, Artefakte und australische Traumzeitpfade treffen hier auf: Komplott, Rache, Mobbing, Slums, Dynastien, Selfies, Bier und Discos. Einstein, Da Vinci und wer weiß wer noch alles trifft auf alle möglichen Nimags jeder Couleur.


Praktische Anwendung der Magie bisher: Holz zu Nebel: vorteilhaft für Einbrecher, aber stellt euch vor, ihr hättet mal wieder euren Haustürschlüssel vergessen! Oder: Hast du kalten Kaffee? Muttu waam machen! Auch sehr schön die Kontaktsteine, zumindest solange bis dein Teammitglied auf einem Altar geopfert werden soll und du die Schmerzen auch fühlst.
 

Fazit: 
Was ich nicht mochte: "Boah Alter!" und Jen, eines der Teammitglieder, die ist so ne Zicke und so vorurteilsbeladen. Außerdem so ein bisschen mein abstruses Denken: Wenn eine magische Blase eine Ausnahme hat für den der drin steckt… muss es noch mehr Schlupflöcher geben. Das Nicht-Auskugeln eines Schultergelenkes. Die Zusammenarbeit des ganzen Licht-Vereins. Generell fehlt hier noch zu viel Information.
Was mir sehr gut gefallen hat: Ein gewisser: 'Schlund' mit vorbeifliegenden Räumen, den ich gern noch einmal sehen möchte. Die nebulöse Schattenfrau und ihre Tricks und ihr, ja, investigatives Beschreiben einer Situation. Die Worte: Nimag und Sigil. Das Achtgeben auf Emotionen, welche die Anwendung/ Beherrschung von Magie zu nicht ganz planmäßigen, eventuell katastrophalen Ausführungen kommen lassen können. Die Magie die weiter wandert und sich ihren Menschen selbst aussucht. Das Paar: Kevin und Max. Dass ich ein bisschen 'Werwolf' spielen kann.
 

Ich habe die Sorge das Potential ist noch nicht ganz ausgeschöpft. Will sagen: ich hatte beim Lesen das Gefühl, es ginge noch nen Zacken besser. Eben aus jener Krone würde ich ihn daher nur brechen, um zu sagen: Da ist noch Luft nach oben, was in diesem Fall positiv zu bewerten ist und mehr ein Ansporn sein soll. Ich mag die Ideen, bin gut eingestiegen und für die Kürze lässt es einen schon echt ge-suchanek-t zurück.
 
Unterm Strich: vermutlich Feinripp-Unterwäsche.

Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/10/rezension-das-erbe-der-macht-andreas.html

Rock'n'Troll

Rat Queens - Band 1: Gemetzel, Gold und große Klappen - Kurtis J. Wiebe, Jano Rohleder, Roc Upchurch, Marc Schmitz
"Nur für's Protokoll,
das war der mieseste Schlachtplan aller Zeiten."

Ungeduld ist eine Tugend, oder wie war das?

 Am Gratis Comic Tag, gab es die Leseprobe zu diesem Fest der feucht fröhlichen Fantasy (Parodie). Und ich konnte nicht länger widerstehen. Nun warte ich, dass der Postbote kommt und mir die illustren Gefährtinnen bringt. Denn die 22Seiten die ich schon kenne sind wirklich nicht genug. Nicht genug zum Lachen, aber schon genug um die Behauptung aufzustellen: Das wird gut. Sonst hätt' ich mir den Band ja gar nicht erst gekauft. Trifft genau meinen Geschmack und Sinn für Humor. Ich erkenne so vieles wieder. Das ist wie: "The Gamers" nur als Comic, mit ner weiblichen Gruppe und ohne real-Pen'n'Paper.
 
"Und beim nächsten Mal: ÜBERRASCHUNG!
Initiativewurf -4."
Jedem Rollenspieler wird das was sagen. Aber auch viele andere blöde Sprüche geben sich hier die Klinke in die Hand, wenn nicht grad das Blut spritzt. Verlegen sind die Schöpfer auch nicht mit großzügigen "BLURCH"s oder "CRACK"s oder "PLOOP"s. Während die Rat Queens, bestehend aus Betty "Ooooooh Gobbos!", Dee: "N'rygoth sei Dank!", Hannah: "Reizend." und Violet: "Mein Schwert hungert nach Blut.", zur Strafe eine Höhle säubern sollen, werden zeitgleich die anderen Abenteurergruppen auf ihre Missionen geschickt. Darunter zum Beispiel die 'Four Daves' zum Untotenproblem auf dem Friedhof oder die 'Obsidian Darkness' zum Latrinen putzen. Weiss gar nicht womit letztere das verdient haben. Könnte aber auch ein Schlag in Richtung Drow-Rollenspieler sein. 

Jetzt sollte man aber vielleicht wissen, dass Latrinen putzen nicht ungefährlich ist und in dem kleinen beschaulichen (öfter mal demolierten) Städtchen Palisade tauchen ominöse, dunkel gewandete Fremde auf, die einen auf finster-still-geheimnisvoll machen, hinterhältig sind sie auch, splattern sich recht Blutspritzig ihren Weg und Tentakel, jawohl Tentakel, muhaha. Wie sollen die unbescholtenen Bürger nur dagegen ankommen? Mit genug Süßkram im Gepäck schaffen es unsere vier Ratten auf jeden Fall erst mal zur Goblin verseuchten Höhle und harren dort der Dinge die kommen mögen. Sobald ich dann endlich den Comic hier habe. Mir sind die Damen und die Zeichnungen sehr sympathisch.


"Orks kennen nur eine Sprache. Blut.
Ich bin das * Wörterbuch
"
Ratten… Ratten sind - zu Unrecht - geschmäht. Achtung tieffliegendes Klischees: Ratten sind unsauber, Punks halten sich Ratten, Ratten sind verschlagen und bissig. "Du Ratte!" ist ein Schimpfwort. Sie sind die Vorboten der Pest, Verursacher von Qualen. Andere Kulturen empfinden Ratten eher als Glücksbringer, als schlau oder zumindest für ihren Erfindungsreichtum bekannt. Unzählige Werke bedienten sich schon der Ratte, mir würden jetzt neben dem Rattenfänger aus Hameln noch Pratchett einfallen (Rattentod, dude!) oder sogar 'der kleine Koch' (wenn's denn man bis in den Film reicht.) Ansonsten ist die Ratte gegenüber der Maus, eher der Antagonist oder zumindest ein feiges Etwas, das als erstes abhaut.
Vor allem sind sie aber eines: nicht zu unterschätzen. Intelligent, flink und manchmal sogar putzig. Betty is so eine kleine putzige diebische Ratte, Hannah eher eine bissige zaubernde Diva. Dee kann ich dahingehend noch nicht einschätzen und Violet passt eher so gar nicht in einen Pelz, sie ist ja dann doch eher die Kriegerin.




Über den Zeichenstil und die Colo möchte ich noch so viel sagen: Er ist wie die Geschichte ein wenig unsauber. Da ragen schon mal Striche über Linien hinaus. Besonders schön, find' ich aber kleine Details im Hintergrund (Der Hund mit den Hörnchen). Das passt beides gut zusammen und rockt.

Fazit: 
Piercings, Tattoos, Schimpfworte, Sex, Drogen und Rock'n'Troll. Schlachten, Intrigen, Mord und Assassinen. Das alles in einer knappen Geschichte, in der dann sogar noch alle Charaktere ein bisschen Hintergrund bekommen und ihre Macken zeigen. Die kleine Betty hat es mir ja schon angetan, und ich mag ihre Freundin. Hannah und Sawyer sind ein tolles Duo, da knistert es richtig. Dee ist eine introvertierte verkappte Göttin und wirklich einzigartig. Und Vis Bruder ist für einen 'Ginger' der Rasse Zwerg echt verflucht heiß. Aber holla Braga ist der Knaller und Ork-Dave...

Bei aller Schlachterei war das einfach nur ein Spaß sondergleichen. Mehr mehr mehr will. Das ist so Punk! Wer sich an bisschen vulgärem Auftreten, PMS und Bitchfights nicht stört, dem wird das gefallen. Für wen es bisschen mehr Hintergrundgeschichte, bei aller Liebe zur Flapsigkeit, sein darf, der findet sie, denn schließlich ist der erste Band nur der Auftakt. Die Söldner haben sich ihre Quests abgeholt und eine größere Machenschaft aufgedeckt dabei, die es nun zu bewältigen gilt. Vorausgesetzt die Vier kriegen das Geld zusammengekratzt um ihre Rüstungen und Zauberstäbe zu reparieren. Negativ formuliert ist hier alles ein bisschen übertrieben; das soll so.



Echt jetzt, Gary!
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/09/rezension-rat-queens-comic-by-key.html

Blau und Weiß

KALYPTO - Der Wächter des schlafenden Berges: Roman. Band 3 - Tom Jacuba
"Ein ganz schlechter Witz des Wolkengottes."
Spoiler wenig verhandelbar, da Abschluß einer Trilogie. Wer noch nicht gelesen hat, sollte ins Fazit springen.
Also nach dem Prolog und schon irgendwie seit dem ersten Band in dem das ERSTE MORGENLICHT schon in Versalien ausgezeichnet war und in der Autorenbeschreibung drin stand, dass der Autor auch Science Fiction schreibt, geht mir der Gedanke an die Schiffsbezeichnung nicht aus dem Kopf. Das ERSTE MORGENLICHT, das klingt so wie es betont wird schon nach einem Raumschiff und die Schlafkammern erhärten meinen Verdacht umso mehr. Plus: ich habe Angst um den schlafenden Berg, ich möchte, dass die Kalyptiker die noch leben, wieder aufwachen.

So. Watt hamma denn hier nun wirklich. Letztes Jahr startete ich mit "Die Herren der Wälder" und war so dermaßen begeistert, beinah perfekt, lautete mein Urteil. Schon "Magierin der tausend Inseln" war dann jedoch irgendwie nicht mehr so umwerfend, was vor allem an den Charakteren lag. Denn handwerklich gesehen, kann der Autor auf jeden Fall schreiben und weiß mit Worten zu punkten. Teil 3 nun sollte gehofft wieder umwerfend werden. Das Buch habe ich im Zug eines 'LeseMarathons' auf LB gelesen (mal was anderes als LeseRunden). Das war ganz unterhaltsam und hat interessante Fragen aufgeworfen.


"Ich sehe die Dinge nur, wie sie sind."
- "Und wie sind sie?"
"Wir werden alle sterben."
So viele Charaktere, da bin ich wirklich dankbar, dass wir uns über gut 2/3 des Buches abwechselnd aufteilen auf Lasnic, Catolis und Laukas Perspektive. Leider aber muss ich da auch direkt mein Gemecker ansetzen. Misslungen fand ich den Übergang von "Der Stille" zu "Der Wächter". Was nämlich in einem wunderschönen und unglaublich spannenden Intermezzo endet, beginnt dann mit einem Zeitsprung über die Wintermonate hinweg. Leider springt Laukas Perspektive nicht mit und man erlebt dieselbe Szene aus dem Intermezzo erneut aus ihrer Sicht. Was für mich das Intermezzo obsolet macht. Auch gab es einige Handlungen die ich einfach nicht nachvollziehen konnte und die mir auch manchmal unlogisch erschienen, für völlig verpatzt halte ich die letzten Handlungen des Wächters, weil man vorher auch ab und an mal in seine Perspektive schauen konnte und er ganz andere Wege geplant hatte, als den, den er schlussendlich gegangen ist. Da sind jetzt einfach noch Fragen offen, die mich unbefriedigt zurück lassen.

Dass ich Lauka nicht leiden kann und es ihr von Herzen gönne, diese ekligen Warzen nun zu haben, ist kein Geheimnis, hat se verdient. Catolis' Läuterung hingegen schießt mir so was von quer ein, dass ich hier gar nicht darauf eingehe. Lasnic hat Sympathie gut gemacht, weil er echt rüberkommt, rotzt und flucht, gibt zu sich in die Hosen zu machen vor Angst und ist dennoch mutig genug seinen Trauertränen freien Lauf zu lassen. Der hat was, der Waldmann. Sein Weib hingegen nicht, mit der weinerlichen Zimperliese werde ich einfach nicht warm und kauf' es ihr auch kein Stück ab irgendwie tapfer zu sein. Mein Herz in diesen Büchern gehört Lord Frix, der hat's verstanden, meiner Meinung nach. Und auch Gumpen mit seiner Waldfurie sind hervorragend. Hätte gern noch viel mehr von den beiden gelesen. Wer mir so richtig auf den Nerv geht bis über das Ende hinaus ist Loranye und ich kann daher dem Epilog auch so gar nichts abgewinnen.
 

"Nur wer zerbrochen ist, kann heil werden."
Als würde das alles noch nicht reichen, gibt es zahllose weitere Charaktere die noch nie vorher aufgetaucht sind. Was mit den Nordmännern/Eiswilden als Ganzes beginnt, über einen Gnom geht, einen Finsterfürsten, samt erzknochiger Mutantennachkommen, Zwergen und was nicht noch alles. Gerade die Zwerge hätten wirklich nicht mehr sein müssen. Es gibt genug Völker die involviert waren. Zumal der Finsterfürst als Zwischen'Boss' auch irgendwie lahm war und im Vorbeigehen ausradiert wurde. Denn alle Welt macht sich von allen Seiten auf den Weg nach Kalypto. Das ist das Gute an der Geschichte. 

Dummerweise bin ich diejenige die einen an der Klatsche hat und sich schon vor Lesebeginn dachte: BITTE kein Happy End und wenn doch, BITTE für die Kalyptiker. Tja. ich muss damit leben, dass ich - mal wieder - daneben lag. Auch mit der Überlegung es könne ein Raumschiff sein.
Es ist übrigens erschreckend wie oft die Farben: Weiß und Blau genannt werden in diesem Buch. Kunststück, denn was tut das ERSTE MORGENLICHT? Richtig, es leuchtet Weiß, Türkis und Blau.
 

Fazit: 
"Verfluchter Ring, gesegneter Ring."
Alle drei Teile zusammen ergeben eine runde Gesamtkomposition. Leider aber finde ich hat die Trilogie zum Ende stark nachgelassen, was für mich auch klar mit Catolis zusammenhängt, die ich leider nicht 'grau' finde, sondern 'schwarz' zu 'weiß'. Die Antipathie wird gegen Lauka im direkten Vergleich geschürt, wie sie ihre Sklavenruderer behandelt, ihren eigenen Leuten den Willen raubt, sich aufspielt und eben doch damit alles richtig macht und durchkommt! Entgegen Ayrin, die sich auch aufspielt, ihr Neugeborenes unbedingt mitschleppen will und alles immer begnadigt und der die Gelegenheiten und Gutmenschen einfach zufliegen.
Lauka also soll man gar nicht mögen: gelungen. Lasnic soll man mögen: passt. Ayrin soll man mögen: absolut nicht. Und Catolis soll eine Charentwicklung haben: nö, die is einfach 'reverse gebrainwashed'. Die weiteren Nebenfiguren sind wie sie sind meist überragender, bis auf Loranye, die ich nich leiden kann.

Handlungstechnisch find' ich dieses: Alle gegen Einen gut. Hätte aber gern auf das Eingreifen einzelner verzichtet, die ohnehin am Ende durch den Wächter keine Rolle spielten. Die Szenen sind super bis auf den einen Zeitsprung den ich für vermurkst halte. Das Finale an sich, endlich im Vulkan is mir dann doch zu kurz geraten und hat keinen würdigen letzten Twist. Und für den neuen Farbton: aschige Milch, sowie meine Vorstellung des Geschmacks von: einer verrosteten Pfeilspitze liebe ich die Sprache des Autors.
Ich wünsche Lasnic und euch: "Fette Beute und tausend Pilze" und bin traurig, dass der Ausflug in diese Welt beendet ist.

Ein "Hast du Honig?!" Urteil.
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/09/rezension-kalypto-3-wachter-des.html

Wer will schon ewig leben?

Heliosphere 2265 - Band 24: Endspiel - Der letzte Schlüssel (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Doch das Schicksal kannte kein Erbarmen."
Zyklusfinale! Was ein Wort, so viel Macht darin. Man weiss sofort: Das wird kein x-beliebiger Schritt innerhalb der Serie werden. Erst einmal: Doppelt so viel Story in einem Band. Und es passiert so unglaublich viel. Das darf ich hier wieder gar nicht alles aufzählen. Ich schau' mal grad auf meine Smart-Wall aus Saphirglas, auf der der niemals aus der Mode kommende Song: "Who wants to live forever" läuft. Ich hab' es ja so sehr gehofft, dass mir dieser Teil gefallen wird. Und mein Wunsch ging in Erfüllung. Gleich in mehrfacher Hinsicht.

„Hi, wie geht's?“ Dann erklang ein Pulserschuss. „Stimmt, scheiß Tag heute.“
Darf ich vorstellen, Michael Aury. Der Char, dem grad mein ganzes Interesse zufliegt. Und er trägt verdammt noch mal Lederhosen! Was in meinem Kopf dazu für eine Kino anspringt, wollt ihr gar nicht wissen. Aber da ich den Kerle noch nicht so einschätzen kann - bis auf die Tatsache, dass seine Sprüche genauso locker sitzen wie sein Zeigefinger am Pulser - nervt mich an ihm bisher nur die Tatsache, dass er als Pirat der Zukunft grundsätzlich mit den Achseln zuckt - so ein Rebell!


"Das war eindeutig meine Sturm-und-Drang-Phase."
Die schönen Zeiten sind vorbei. Und Aury mein Schimmer am ansonsten düsteren Tag. Zu erst einmal wurden die ganzen Schlüsselträger eingesammelt und enthüllt. Dabei, nicht verhandelbar, ein bisschen was zerschossen, worunter auch Alpha-Wolf Ortega leiden musste. Und es gab' noch mal eine Stippvisite in der 'Totenwelt' die mich nicht wirklich überzeugen konnte. Auch nicht überzeugt bin ich von der Errungenschaft der Geschmacksstoffe der Zukunft bei denen es keinen Unterschied mehr zwischen Milch und Saft gibt - ih bäh. Noch mehr bäh finde ich ja 'weganische Schnecken'. Das sind jetzt aber alles nur so kleine Hinwendungen an die Nebensätze.

Die Haupthandlung verläuft ja auf einen ganz anderen Punkt zu. Die Möbiusschleife: „Denn alles entstand aus etwas Anderem heraus, das vorher da gewesen war. Jeder Zustand entsprang aus einem Zustand.“ Und über den Satz könnt ihr mal nachdenken. Weil dieser ganze Determinismus-Quatsch ist zum Haare raufen. Und ich glaube, nur deshalb haben sich Philosophen und Theoretiker diesen auch ausgedacht. Um etwas zu haben, das sie zerdenken können. Ich bin ja zum Glück nur eine Leserin und daher steht es mir frei zu sagen: Ich werd' da jetzt nicht weiter drüber grübeln. Nehme das einfach hin und leide lieber mit den Charakteren.


"Das sind hypothetische Probleme für einen anderen Tag."
Ach was soll's - leiden… ich hab' ja Grund mich zu freuen! Lukas' Bild ist eingebrannt in mein Hirn, mit seinen blutenden Fingern. Der Kerl legt jetzt gerade einen großen Vorsprung zwischen sich und Aury um den Platz meines Lieblingschars. ALPHA hingegen hat es jetzt nicht so gut getroffen, wenn ich ehrlich bin, macht er mir 'ne Scheiß-Angst. Und während Jayden kurz überlegt, ob er nicht doch einen Kindergarten befehligt - was ein eleganter Schwung zu Kirby ist, die wir erst mal nicht wiedersehen und uns jetzt bald in das Spin-Off stürzen können - haben wir in der LR gemeinsam beschlossen alle dem "Wer hasst Sjöberg am meisten"-Club beizutreten.

Ein paar weitere hübsche Ausschläge gab es dann von Schönberg (dat's dem Sjöberg sein unbekannter Zwilling, danke Ta!) gegen Richard und über "Büroklammern, Spucke und Kaugummi"-Reparaturen. Und einen Schlag gibt es von mir, dem Richard auf die Zwölf, weil er ein Trottel ist und ich ihm hiermit die ultimative: "Nase-in-das-Buch"-Strafe aufbürde. Und zwar in das Handbuch für Bösewichte. Wen man auch mal mit 'nem Buch links und rechts eine geben könnte, sind dann die Präsi und der Schmierlappen von Stellvertreter. Und siehe da, ich habe alle meine Stichpunkte vom Notizblock eingebaut und nicht groß gespoilert.

 

Fazit: 
Lesen.
Autor Suchanek hat im Nachwort (damals) schon dazu geschrieben, er hätte die Eckpfeiler für bis sage und schreibe Band 50 in der Schublade. Und da die aktuellen Teile schon bei 38 (plus SpinOff) angekommen sind, weiss ich beruhigt, ich werde noch viele schöne Stunden in diesem Universum haben. Mit Dingen die ich doof finde oder mir zu hoch sind. Mit emotionalen Hieben und dem Wegwerfen meiner Feuerzeuge.

Dieses Finale ist… genauso wie ich es mir nur wünschen konnte. Und ich feiere es in der Leserunde, damit ich euch nicht ärgere. Hier sind Dinge zum Tragen gekommen, die so schon von Anfang an geplant waren. Ich weiss so langsam wie wertvoll "plotten" sein kann, wenn das hier dabei raus kommt. Denn man darf nie vergessen, dass jeder Teil nur knapp 100Seiten umfasst. Das ist eine Kunst für sich, die hier alle paar Monate geliefert wird. Ich preise in den höchsten Tönen, wie mir scheint. Verdient hat die Serie es als Ganzes und dieses Finale insbesondere.




 
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/09/rezension-heliosphere-2265-endspiel-by.html

Triple ixXx

Schattengalaxis - Trügerischer Frieden (Alte Feinde 1) - Daniel Isberner
"Die Menschheit hatte auf jeden Fall das Potential dazu
ihr eigener größter Feind zu sein."
Bitte nicht schlagen, schon wieder eine SciFi-Rezi! Und sagt nicht, ihr wusstet das noch nicht über mich. Ich freu' mich, dieses Jahr gab und gibt es ganz viel aus der Sparte für mich. Mal mehr mal weniger gelungen. Über diesen Titel hier bin ich gestolpert worden, ja Ta, ich meine dich - das nennt man auch schubsen, weisst du?! Mein Schaden soll es wohl nicht gewesen sein. Ich beisse mir die ganze Zeit auf der Unterlippe herum, weil ich das Gefühl habe, in der winzigen Leserunde den Autor, Herrn Isberner, ein wenig vergrault zu haben. Wer mich schon mal in einer LR erlebt hat, weiss vielleicht, dass ich da genauso wie im echten Leben schwallere ohne Ende (aber mit Punkten und Kommas).

Erst einmal habe ich auf dem Cover rumgehackt. Dann stellte sich heraus, dass das auf LB aber gar nicht das letztlich verwendete ist (vom Motiv schon, aber von der Font nicht). Und auch sonst habe ich immer mal wieder zwischendrin Dinge bemängelt, die dann beim Weiterlesen obsolet wurden. Gut, dass ich hier jetzt die Zusammenfassung meines Leseeindrucks gebe und ihr nicht live dabei seid, wie ich rumstänkere.


"Du glaubst da kommt mehr?"
- "Kommt das nicht immer?"
Ich hau' euch mal voll rein, so wie ich auch reingeworfen worden bin. Dies ist nämlich schon der zweite Zyklus zur "Schattengalaxis". Die Erde: zerstört. Die Ix: aus der Spalte entkommen und die Menschheit zu Sklaven gemacht. Die Ix: beinah von einer Seuche dahin gerafft, dann haben sie kapituliert. Die Menschen: nehmen deren Raumschiffe und den Orachus (superduper Erz) an sich und stopfen die Reste der Ix auf einen Abschiebeplaneten. Die Ix: finden das jetzt nich so toll. Die Menschen: bauen sich ihr Ding wieder auf. (So, das ist das davor und da starten wir jetzt). Mitten also im Konfliktpotential.

Mit den vorwiegend weiblichen Darstellern: Ranai, der sind die Stufe5 Implantate durchgebrannt, aber sie besticht durch den 'DoubleTap'. Jania, die Stufe7Implantatlady besticht durch gar nichts, macht aber echt einen auf dicke Hose. Lilly, kein Implantat, dafür ein Mensch-Horaschus Hybrid (mit Eltern die vielleicht nicht ganz zufällig O'Neil und Carter heißen, schöne Hinwendung.), noch ein Mädchen mit zu viel freier Hand, daher auf einem Egotrip, würde gern nackt kämpfen - was ich gern gesehen hätte - und ist eventuell bisexuell veranlagt. Das gefällt mir. Auf Seiten der Ix: Pawet'opa, son kleines Miststück ist das und hat sich den Thron der Königin angeeignet, sie mag Märchen und will ihr Volk wieder zu altem Glanz verhelfen.
Die Herren der Schöpfung. Zetoras, der gelangweilte Präsident, der hat auch Implantate. Dretus'iti, das Ix-Schlitzohr, wenn sie Ohren hätten, hm Ix-Schlitztentakel! Richtig guter Charakter, voller Kalkül. Szenen mit ihm haben mich am meisten fesseln können.
 

"Beim nächsten Mal,
wenn wir von ausgestorbenen Aliens überfallen werden,
denken wir daran,
dir einen von ihnen zum Spielen mitzubringen
."
Diese Charaktere wechseln sich nun in Szenen ab, die teilweise so schnell angerissen und abgehakt werden, dass mir ein paar davon zu kurz, andere unnötig vorkommen, was leider einen bitteren Beigeschmack hat, statt für Spannung zu sorgen.
Es soll wohl darum gehen, dass die Menschen befürchten, die Ix könnten da im Geheimen was anstellen oder erfinden um wieder mächtig genug zu werden. Vielmehr hat mich aber interessiert, was die Ix machen und was sie über die Menschen denken. Überhaupt sind die Ix echt tolle Viehcher, wenn sie auch pottenhässliche Insektoide sind und auf Kaffee recht ulkig reagieren. Ich, als Ix, würde jedenfalls auch nichts von den Menschen halten, wenn die mir erst einmal ihre Bürokratie aufdrücken wollten. Nee, dann doch lieber auf die Suche gehen nach uralten Artefakten und 387Yottabyte großen Datenkernen. Vielleicht würde ich ja einen finden, auf dem statt Kochrezepten, Häkelmuster für vierarmige Ix sind. Wahlweise vielleicht auch Waschanleitungen für Wäscheständercomputer von den lange ausgestorbenen schleimigen Setzät.

Ich mach' mich hier NICHT lustig! Isberner liefert einen ernsten Schlachtenroman mit Agenten und Superheldencomics. Seht ihr! Er hat die Witze ganz von allein mitgeliefert. Die kommen teilweise so derbst trocken rüber, die kann man feiern. Ich jedenfalls finde: "Captain Freud" und "Einsteinhausen" sowie die Klatsche in Richtung: norddeutschem 'Ikke'Dialekt super platziert.
Von der Handlung her springen wir also durch die verschiedenen Szenen und erkämpfen uns den Weg durch merkwürdige Vorkommnisse, die für die Charaktere alle nicht zusammenpassen, bis es zum Showdown kommt, der sich angenehmerweise über zwei Kapitel erstreckt und dort das wilde Gespringe richtig gut zur Geltung kommt und den Handelnden erste Aufschlüsse darüber gibt, wieso sie bisher im Trüben gefischt haben.

Fazit: 
Wohin führt jetzt dieser Auftakt? Zu einem Jeder gegen Jeden oder doch mehr zu einem: Der Feind meines Feindes ist mein Freund? Ich persönlich hätte große Lust auf ein Crossover von Lilly und Dretus'iti, die sich auf Pawet'opas elf Fersen heften (ja elf, das eine Bein sollte sie lieber reparieren lassen.) Doch, so schön unterhaltsam wie das alles klingt, gibt es leider auch eine ganze Reihe Probleme. Was bei der Fehlerquote beginnt. Schließlich das Szenenanreißen, welches mich echt gestört hat zu Anfang/Mitte. Den paar Szenen die auf mich unnötig wirkten, die anderen, die zu kurz kamen. Und dann die Implantate. Das war wirklich nicht mein Fall, ich fand' die Ladys hier alle ziemlich overpowered und bin mit ihnen nicht warm geworden.

Wegen meiner dürfen die Menschen gern erneut verlieren und wieder die Sklaven der Ix werden, welche Ix ist mir egal. (Und ich weiss wirklich nicht, wieso ich so dazu neige nicht zu den Menschen zu halten.) Ich möchte noch mehr über die Ix lesen, deren Kultur, Gewohnheiten, Brutpflege und Brutpartner, ihre Ausbildung und Vergangenheit, wer ihre Gottheit ist…
Trotz allem konnte ich das Buch zügig lesen und fühlte mich als Neueinsteiger nicht über alle Maßen verwirrt, da mir das Vorwissen fehlt. Das ist eine ganz ordentliche Leistung, die von noch mehr Feinschliff profitieren wird um die letzten Macken auszubügeln und Fehler auszumerzen.


Mein Urteil stapel' ich aus Holzbauklötzen
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/09/rezension-schattengalaxis-trugerischer.html

Paranoia

Heliosphere 2265 - Band 23: Das Helix-Mosaik (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Wir müssen dringend an Ihrem Optimismus arbeiten, Sir."
'Kill your darlins' - heißt es. Aber was in der Leserunde ab ging zu dem Thema, kann ich an dieser Stelle spoilerfrei verraten, da es nur darum ging, den Autor prophylaktisch an den Marterpfahl zu binden, sollte er auf die Idee kommen, gewissen Charakteren wehzutun. Ich hänge, mal wieder, mit meinen Rezensionen hinterher. Also will ich euch mal kurz verraten worum es in dieser Folge geht. Auch wenn das jetzt wieder echt schwierig wird, da wir auf das Zyklusfinale zugehen. (Ich hoffe ich komme jetzt mit den Inhalten nicht durcheinander.)

Die IL HYPERION ist unterwegs nach Acrux, zu DramaQueen Cassie. Und sie war ja schon nervtötend genug in Jaydens Kopf, jetzt kommen die Jungs und Mädels da mit ihrem Sack voller Probleme an und was macht die Frau? Richtig, noch eins drauf legen. Die kann es aber auch nicht lassen. Nicht nur, dass der Planet schon so gut wie entvölkert ist, nein, sie harrt bis zum Letzten aus - fast schon "Der Kapitän geht mit seinem Planeten unter" dramatisch. Weniger dramatisch, viel mehr hoch konfus ist dann die eingebaute Philosophiestunde über den Determinismus. Aber da gehe ich jetzt nicht weiter drauf ein.


"Dieser elende Cross war quasi tot, (...)."
Ausgerüstet mit einem Onyx-Pieper, der sich irgendwann mal bemerkbar machen wird, sind wir dann auch schon wieder fertig auf dem Planeten und wenden uns den anderen Handlungsorten zu. Da wäre zum Einen ein geheimer Umschlagplatz für 2265Heroin, den gewisser jemand kurzerhand in die Luft fliegen lässt. Hat keinerlei Auswirkung auf die Handlung an sich, war aber für ihn eine 'LoneRanger' Sidequest. Und seien wir ehrlich, das Universum ist so oder so besser dran ohne Drogen. Stellt sich dann aber doch schnell heraus, dass es nicht unbemerkt bleibt von den Piraten, wenn man ihre Schmuggelnester ausradiert.

Zum anderen: Assassinen, Piraten, Zukunftsrebellen, Meridians Leute, Sjöbergs Leute, Cross' Leuten… dazu die Parliden, die Rentalianer, die Aaril, die Ash'Gul'Kon… könnte mal jemand ein paar E-Letter schicken und mich briefen, wer jetzt hier, wer mit wem, wo, was tut, was sagt? Ach ja und dann ist da ja auch noch: "Diese Person" wie CARA sagen würde.


"Einer aus Fünf - Die Dunkelheit
Einer aus Vier - Der Tod
Einer aus Drei - Der Ruf
"
Wir sind ja aus der Zukunft zurück mit der HYPERION und wissen ja was wir tun müssen, um die Pläne des Zeitreisenden Meridian/Stark zu vereiteln. Ist auch wirklich ganz simpel! Den Folianten dazu hatte die HYPERION ja schon die ganze Zeit an Bord. Aber jetzt haben wir endlich Namen, na ja ein paar, hilft jetzt aber auch nicht so wirklich weiter. Denn das Wettrennen hat schon längst begonnen und Richard-Bold-Meridian ist schon weg. Es hilft dabei auch wirklich nicht viel, dass Sjöberg ein Trottel ist. Nein, wahrlich nicht. Jayden und seine Freunde können doch nicht immer alles im Alleingang stemmen! Aber der bastelt ja wieder lieber nach 'Wave' an 'Kaskade' - was lässt er sich dann einfallen: 'Katerakt'?

Und dann ist da noch eine Frage: WER, ist der verdammt heiße Pirat in der Zelle auf dem Piratenschiff? Da wackelt es aber verdächtig an Lukas' Stuhl, könnte sein, dass es da auf meiner Favoritenliste demnächst eine Umbesetzung geben könnte.


Fazit: 
Ich frage mich immer noch, würde ich den Chip behalten, der mir so viele gute Dienste geleistet hat? Oder hätte ich es auch satt, irgendwen immer im Kopf zu haben, der mir reinredet? Ich kann euch verraten, ich bin schon so ein Heliosphery - warte!

EINSCHUB
Wie nennen sich die Fans der Serie denn jetzt? "Doctor Who" Fans heißen: Whovians. "StarTrek" Fans sind: Trek(k)ies. Und die Heliosphere Fans? Heliosphery klingt komisch und is auch sowieso viel zu lang. Helios? Hellis? Pherys? Crossis - nach Jayden Cross? Sachdienliche Hinweise bitte an mich!
ENDE


So, wo war ich, ach ja, ich wollte euch noch mit der kleinen Anekdote belustigen, die mir passiert ist. Wir haben ja 'nen neuen Mitbewohner. Den 'Mo', 'nen Kater. Und den hamma jetzt grad zum 'Chippen' gebracht. Und das war dann so, dass ich natürlich gleich die Frage zurück bekam: Ob man den Kater jetzt GPS mäßig verfolgen könnte. (Wer Haustiere hat, weiß uU, dass die Chips das nicht können. - Nicht so Heliosp… Crossis.) Ich hab' natürlich gleich zurück gepfeffert aus dem Salzstreuer: "Das sind keine aktiven Geräte. Und niemand zündet die fern!"
Paranoia - ich? Iwo!


Stoßen wir auf die Pfadfinder an!
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/08/rezension-heliosphere-2265-das-helix.html

Cross-In

Heliosphere 2265 - Band 22: Heimkehr (Science Fiction) - Andreas Suchanek, Arndt Drechsler, Anja Dyck
"Salzstreuer, pfff."
So fürchterlich wie ich den letzten Teil fand, weil es so Auf und Ab ging und man sich doch irgendwie durch die Probleme gewuselt hat, bei Gefahr irgendwie heraus kam und dann am Ende auch noch irgendwie eine andere Rasse ein As im Ärmel hatte, so kann ich sagen: das Glück ist aufgebraucht.

Fängt dann noch ganz locker an. Wie der Titel es tatsächlich vermuten lässt, gibt es das große Wiedersehen. Schön? Nun ja, für die meisten. Erst einmal zu einem meiner Lieblingsthemen im suchanek'scher Schreibe. Die Prologe. Ich find die ja meistens gemessen an der Länge jedes einzelnen Bandes zu lang oder zu umfänglich, irritieren mich halt eben. Diesmal hat er das echt super gelöst. Und dafür gibt es glatt 'ne Extrakatze. Wir fangen nämlich noch mal nen Schritt früher an und schauen uns den letzten Funkspruch aus dem vorigen Teil genau an. Gestückelt wird dieser jetzt und leitet dazu über alle möglichen Schauplätze und Darsteller zu zeigen, die diese Nachricht erhalten. Wir erfahren also wie jeder reagiert.


"Wie meist war seine Frau gegen Subtext gefeit."
Dies ist dann wohl der 'J'-Teil. Denn es geht um Joey, John, Janos, (B)Jörn und Yuna. Wie jetzt ihr habt das J in Yuna nicht gesehen? Hm… Dabei klaut diese Frau doch fast der ganzen ersten Hälfte die Show. Sie ist echt super drauf, so als Mutter, Ehefrau und Schwiegermutter. Wir schauen uns auch noch kurz an wie Lukas Michael beim Trinken verläd und wie mal bisschen Nachwuchs produziert wird. Nein, nein eine klare ausgeschriebene Bettszene gibt es nicht, aber wer hat denn auch was von Betten gesagt? Der Ausblick aus den Kuppeln auf Pearl muss wirklich sehr faszinierend sein, wenn nicht nur Doktorenkollegen sich dort zum Pläuschchen treffen. Außerdem stellt die Crew der Il HYPERION danach erst mal fest, dass die 'Anti-Kater'-Pflaster zu knapp bemessen sind. Was ich ganz klar im Fall von Jayden absolut nicht nachvollziehen kann. Wem, wenn nicht ihm, stehen die denn bitte sonst zu?

Suchanek: "Ja, das ist ein böser Band."
Der zweite Teil dieses Bandes beschäftigt sich mit den wesentlich düsteren Seiten des Lebens und Leidens. Was sich schon vorher angekündigt hat, verstärkt sich nun. (S)Jöberg wittert seine Chance und schwenkt das weißes Fähnchen zum Parlez. Die LeseRunde war sich einig: Wer will denn bitte mit dem noch verhandeln?
Aber erst mal hat Lukas noch ein kleines Rendezvous im Kerker. Denn dort halten wir ja noch einen der Assassinen fest. Und viel mit Urlaub und Landgang und wohlverdienter Pause ist auch nicht. Nur weil wir wieder in der richtigen Welt/Raum/Zeit sind, heißt das ja nicht, dass die pressierende intergalaktische Sanduhr nicht weiter tröpfelt.

Und so kommt es, wie es kommen musste. Evil Andi übernimmt als Autor das Steuer und haut mal richtig rein. Sehr zu meinem Gusto. Die Szenen mögen nicht so orange-fröhlich sein, und mit dem Salzstreuer darf man Jayden gern auch fern bleiben, das brennt nämlich fürchterlich in den Wunden, dafür sorgen sie für das nötige Drama und Mitleid.
 

Fazit: 
"Wenn schon ein einzelner Mann ausreichte,
um all die Werte zu zerstören,
nach denen die Menschheit friedlich zusammengelebt hatte,
hatte sie es dann überhaupt verdient,
in ihrer jetzige Form zu existieren?
.
"

Wir gehen hart auf das zweite Zyklusfinale zu. Daher sind wir mit der LeseRunde auch schon im nächsten Band. Versprochen sind uns ein paar aufklärende Antworten. Ich lass mich mal überraschen wie das jetzt alles weiter geht. Manchmal kommt es mir vor, als würden wir es nie schaffen die aktuellen Folgen einzuholen. Zumal die greenlightpress recht produktiv ist und ich auch gar nicht hinterherkomme mal in die anderen Serien reinzuschauen. 
Als Military Science Fiction aus deutscher Feder kann man Heliosphere als Ganzes immer noch und immer wieder empfehlen. Fangt aber ruhig vorn an. Macht bestimmt mehr Spaß. Und dann versteht man auch was ein Cross-In ist. Und wer mag, kann sich dann unserem Anti-Sarah-Club anschließen. Ich bin auch schon neugierig was es mit dem Schulterklopfen später auf sich haben wird.


Mein Urteil übernimmt heute Rorschach aus 'Watchmen'
"Die Welt wird aufblicken und rufen: "Rette uns"… und ich werde flüstern: Nein."
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/08/rezension-heliosphere-2265-heimkehr-by.html

Punk ist...

— feeling love
Wir waren keine Helden - Candy Bukowski
Punk ist - Die Ärzte (1999)


"Rette den letzten Fetzen unverletzter Haut."
Mein Highlight 2016 haben wir dann wohl gefunden. Dank dem edel&electric Verlag, der sich diese Wortakrobatin aus den ganzen Self Publishern gefischt hat. Schätze, ich sollte diese Rezension meiner Mutter widmen, die per Bukoswki Definition eine dieser Schiffsbekanntschaften wäre. Ich sah meine Mutter stets als Löwin, als kämpfende alleinerziehende Rechthaberin. Stichwort: "Machtwort!" Doch Candy Bukowski nennt sie 'Keine Heldin'. Und sie hat Recht. Denn auch ich habe meine Mutter am Boden gesehen, auch wenn sie es gut versteckt hat, diese Eremitin.

So geht Ich-Perspektive (oder doch 'wir'?) und ein Roman wie dieser stellt, für meinen Geschmack, die einzige zu verwendende Form dar. Solche Romane dürfen das. Denn sie erzählen dir entlang eines Fadens (ob er rot ist - oder idyllisch rapsgelb - ist egal), an dem Knötchen befestigt sind, ein Leben und viele andere. Manchmal zusammenhängend und überleitend: der leere Kühlschrank wenn der Vater auszieht und der Weißmöbelverkäufer mit dem man einen Griff ins Klo landet. Manchmal mit Zeitsprüngen dazwischen die man mit einem Schmollen liest, da man zu gerne noch viel mehr erfahren hätte.


"...die Welt war magic, 
wenn wir sie dazu machten."
Eingefasst sind die in Episoden unterteilten Lebensabschnitte in keine übergeordnete Rahmenhandlung sondern in temporäre Songs, die bei mir bis auf eine Ausnahme alle auf der eigenen Festplatte zu finden sind. Angefügt ist auch eine spotify playlist.
Der Soundtrack funktioniert jetzt folgendermaßen: Jedes Kapitel hat ein Lied vorangestellt - das ist zwar längst ausgelaufen bis man die Worte durchgelesen hat, aber es ist jedes Mal stimmig untermalend. Wie zum Beispiel: "3 Die Lara Croft der 80er - Survivor "Eye of the tiger" (1983)" Rückwirkend schließe ich daraus auf das Cover und kann mir an dieser Stelle ein herzhaftes: "ADRIAN!!!" nicht verkneifen.

Tatsächlich befinden sich in meinen Notizen beinah ausnahmslos Zitate. Was bei: "ich - das Pubertier" beginnt, über "den Griff in den Sack voll Sonnenschein" und dann immer weiter geht, mal zynisch, mal lebensnah, mal philosophisch, auf Lyrik bezogen oder einem vorkommt, als wäre Frau Bukowski verantwortlich für den ein oder anderen FaceBook Meme. Ich möchte euch einfach mal ein paar davon kredenzen, denn das stellt für mich in weiten Teilen in diesem Buch das A und O.
"dreckig geht immer, Saubermänner werden wir noch früh genug", "ein halbes Leben voller Dienstage", "und jeder schnitzt sich selbst seine Breitseite", "du hast drei Asse im Strumpfband und das Leben spielt Schach", "bis sich das Fragezeichen in einen Imperativ verwandelt", "das Leben ist einfach, wenn man es einfach sein lässt" und mein Liebling: "feuchte Wände und trockene Träume" und "wir sind keine Prinzen und Prinzessinnen, wir sind selbst die Drachen"


"Wenn all die sperrigen Wenn und Aber aus dem Weg gekickt
und all die sinnbefreiten Konjunktive vom Herz gerissen wurden,
dann läuft es schon irgendwie in die richtige Richtung
.
"
Über die Kindheit wird nicht groß Wort verloren, begonnen wird auf einer Ranch am Ortsausgangsschild in der Jugend. Zu einer Zeit in der ich geboren wurde, Protagonistin Sugar schon Latein paukt. Kurz darauf fällt ein Punk auf eine Bushaltestelle und lässt es sich nicht nehmen in der 'Ist-Zeit' zu leben. Und das in der Umgebung von geschützten Bedingungen um den Traum der Freiheit zu verinnerlichen und sich vorzunehmen alles irgendwie anders zu machen. Ein wenig Flucht, ein Suchen, ein Ankommen, Umwege. Es geht um das Sortieren von Büchern in Regalen nach Farben, den intergalaktischen Ohrfeigenautomaten, Luxushasen und Küchenaquarien, eingefrorene Revolutionen, Ansprüche auf das Glück, Rilke und Umberto Eco, Zeit - es geht um so viel Zeit -, frusthässliche Gefühle, sich zum Narren machen, das Zusammensein, das nach vorn Streben, um Sepia-Erinnerungen im Herzen, und Einparken in selbige rechte Kammer, über die Poesiealben von Helden, über historisches: die unspektakuläre Jahrhundertwende, die Windsbraut in kursiv, über Spinnengleichnisse, über die verdammte pissgelbe Raucherumrandung die wir alle ignorieren - Rebellen die wir sind!, um Kapitulation und Zweifel - und am Ende… am Ende wollen wir einen Satz: "Und es war doch ein verdammt geiles Leben."

Von vorne bis hinten ist dieses Werk 'durch'. Durch mit allem, auch der Rechtschreibung und etwaigen Tippfehlern. Exemplarisch möchte ich hier mal auf etwas hinweisen. Vielleicht liege ich völlig falsch, aber vielleicht erkenne ich da auch etwas was nicht so geplant war, bleibt ja mir überlassen.
Die ultimative Lobhudelei und Liebeserklärung auf diese eine beste Freundin, die verwandte Seele, die man nicht täglich anrufen muss, die aber immer da ist; mit der man nie in den Urlaub fährt, aber mit der man alt werden wird. Bei all dem was diese Beste schon für die Protagonistin getan hat, erscheint es mir das Mindeste, dies zu schreiben, solche Freunde kannst du nicht in Gold aufwiegen:
"Ich will dorthin, ich will es mal gesehen haben, ich will die 45.Avenue entlanglaufen, nach Manhatten und in die Bronx, und deshalb habe ich seit Jahren ein NY-Kissen der Besten von allen in meinem Bett liegen und schlafe jede Nacht darauf, bis wir zusammen dort sein werden. . Und wenn wir bis dahin etwas anderes wollen, werden wir eben woanders sein, aber ein Plan zur groben Orientierung kann ja nie schaden." Seht ihr auch diesen Satzendepunkt? Ohne, dass dieses Satzzeichen einen Satz hat? Was bedeutet er? Was fehlt hier (und fehlt es wirklich oder ist es da)? Ein: 'Ich liebe dich.' vielleicht?
 

Fazit: 


Buch erhalten, halb gelesen, beschlossen schon die ganze Palette an Gefühlen mitgemacht zu haben. Schicksalsschläge, abstreiten, einsehen, hinfallen, (Krone richten) aufstehen, weitergehen. Wohin? Egal - nur Los! und nach vorn. So und nicht anders wurde es mir beigebracht und vorgelebt. So und nicht anders habe ich (wenn auch jünger) meinen Teil der Gelassenheit gefunden, auch ohne die Leuchtbuchstaben gegenüber. Das waren bei uns sowieso immer nur Baukräne mit nem B. Unvergessen meine Oma: "Komisch, guckt mal, der Mond sieht heute aus wie ein 'B'." Was auch immer sie wohl in diesem Moment gesehen hat. Kann ja doch sein, dass das Leben uns hier und da Zeichen schickt und wir sie nur selbst mit einer Sinnebene füllen müssen.

Die berühmten Fragen: Würdest du dein Leben noch einmal genauso leben, wie du es getan hast? Wann ist man ein Held und für wen? Wie funktionieren Beziehungen - scheitert man jämmerlich anders, wenn man kein normales Paar ist aber scheitern ist nicht verhandelbar? Was zählt wirklich, wen vermisst du?
Gekonnt in Worte gefasst von einer Meisterin der deutschen Sprache. Ich muss, ich sollte, ich kann, ich werde dieses Buch weiter empfehlen. Das ist doch kein ComingOfAge-Roman. Aber was weiß ich schon, ich lese diese Sparte ja kaum. Für mich… ist das Punk.
 
"Ich sag' Dir:
Mach' Dein Ding, steh' dazu. Heul' nicht rum, wenn andere lachen."
(Die Ärzte - Punk Ist)

Mein Urteil: Musssollkann
 
PS: "Geil" sagen nur noch Assis.
Quelle: http://lesekatzen.blogspot.de/2016/08/rezension-wir-waren-keine-helden-candy.html